Staffelentscheidung in Wöllersdorf
Die Aufstellung für die Niederösterreichische Staffelmeisterschaft wurde nach einem ausgeklügelten System erstellt - im Prinzip wurde gelost. Mein Losglück brachte mich mit Adi Zemann und Raphael Krapesch zusammen und das Ziel konnte nur heißen: Medaille. Mir war klar, dass ich bei der Entscheidung nicht mitmischen konnte, da die anderen Schlussläufer deutlich stärker waren, also mussten meine Teammitglieder eine gute Ausgangslage schaffen.
Karte mit Bahn und Route
Ergebnisse
Und das taten sie. Adi übergab an fünfter Stelle an Raphael, der auf der zweiten Strecke eine tolle Bestzeit hinlegte und uns auf den dritten Platz vorschob, nur 4'03 hinter den Führenden bzw. 1'33 hinter Silber. Ich ging also hinter Martin Brantner und Roland Fesselhofer ins Rennen, dicht gefolgt von Stephan Seeböck (4'16) und Pierre Kaltenbacher (10'30). Meine Aufgabe war also die Bronzemedaille zu halten.
Der erste Posten war supereinfach, ich dachte schon ich hätte die Herren - 12 - Bahn erwischt. Der Posten lag nämlich direkt neben dem Weg und war auch über einen solchen zu erreichen. Zu Posten zwei lief ich ein Stück zu weit, fing mich aber gleich bei der Trockenrinne auf und fand den Posten dann auf Anhieb. Etwas weiter entfernt sah ich einen Läufer vor mir, war das bereits Roland?
Zu Posten 3 gab es keine Alternativen, wieder viel Weg und dann neben der Felswand abseilen. Zu Posten 4 stapfte ich erstmal den Hang hinauf, plötzlich hörte ich hinter mir einen Läufer - es war Roland! Ich lag also bereits an zweiter Stelle, aber es lag noch viel harte Arbeit vor mir.
Roland wählte eine andere Route auf die Forststraße hinauf, ich nahm den schmalen Druchgang zwischen Zaun und Felsen und dann den kleinen Weg. Kurz bevor ich an der Forststraße ankam, lief Roland vor mir vorbei - gut, nichts verloren. Nach wenigen Metern auf der Straße schnitt ich das Eck ab und war wieder vorn. Nun kam die Frage auf: war der nächste Posten gegabelt? Um mich nicht irritieren zu lassen lief ich voraus und orientierte selbst.
Es stellte sich heraus, dass wir Posten 4 und 5 gleich hatten. Da der Postenständer bei Posten 5 umgefallen war und ich daran vorbeilief, stempelte Roland vor mir und lief Richtung Norden vom Posten weg. Der nächste Posten war anscheinend gegabelt - leider. Denn ausgerechnet hier machte ich einen Riesenfehler.

Posten 6: 2'45 Fehler
Bis zur Hälfte lief ich noch richtig, vielleicht hätte ich gleich etwas mehr steigen sollen, aber die Futterkrippe war ein sicherer Ablaufpunkt. Spätestens dort hätte ich aber mehr steigen müssen, ich lief aber viel zu flach und bald sah ich Roland weiter unten laufen. Ich hatte ihn also noch nicht verloren und lief weiter. Weiter. Weiter. Viel zu weit. Schön langsam dämmerte es mir, und als ich vor mir einen bekannten Weg erkannte, ging mir das Licht ganz auf. Also zurück und hinauf - Posten gleich gefunden, aber Silber war Geschichte. Jetzt ging es nur noch darum sich von Stephan und Pierre nicht mehr einholen zu lassen.

Posten 7: 1'30 Fehler
Aber auch das gestaltete sich schwieriger als geplant. Denn ich lief von Posten 6 den kleinen Weg zurück und dann, ohne die Richtung zu korrigieren, geradeaus weiter. Deutlich schneller wäre es gewesen gleich auf den Weg hinaufzustechen und diesen bis zum Posten zu laufen. Stattdessen geriet ich immer weiter hinunter und sah Roland wieder vor mir. Erst dachte ich, ich wäre noch voll dabei, aber als ich in den Hang kam und die Steine vor mir sah, war mir sofort klar, dass dem nicht so war.
Wenigstens fand ich den Posten dann auf Anhieb, doch der nächste Schreck ließ nicht lange auf sich warten: als ich ungefähr 200 Meter von Posten 7 weggelaufen war, kam mir Stephan entgegen. Ich rechnete kurz nach: mehr als eine Minute hatte ich wohl nicht mehr Vorsprung. Jetzt hieß es also kämpfen und sauber laufen!
Posten 8 lief ich also über den Weg, ich denke aber, dass die direkte Route schneller da steigungsparender gewesen wäre. Noch dazu zögerte ich im Postenraum und verlor weitere wertvolle Sekunden. Zu meinem Glück machte Stephan im Postenraum bei Posten 7 ebenfalls einen Fehler und so hatte ich viel mehr Vorsprung als gedacht, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Also kämpfte ich mich den Hang Richtung Zuschauerposten hinauf und weiter. Kurz vorm Posten ein kleiner Haken und dann lief ich auch noch am Weg zu Posten 10 vorbei - der Vorsprung schmolz dahin. Zur Sicherheit lief ich den Weg komplett aus um eine weitere Suchaktion zu vermeiden.
Zwei Posten noch, kein Stephan zu sehen oder zu hören. Also lief ich auch Posten 11 sicher an und zum letzten Posten wählte ich ebenfalls den Weg. Zur Sicherheit noch einmal umdrehen im Zieleinlauf - noch immer kein Stephan - die Bronzemedaille war gesichert.
Es war also ein sehr durchwachsener Lauf mit zwei großen Fehlern direkt hintereinander. Trotzdem konnte ich Platz drei halten und uns die erhoffte Medaille heimbringen. Ein Danke an meine Teamkameraden Adi und Raphael!
Der Sieg ging übrigens an das hoch favorisierte Team bestehend aus Michi Auer, Jakob Pauser und Martin Brantner gefolgt von Emanuel Braun, Jörg Schaumann und Roland Fesselhofer. Gratulation!
WRE-Sprint und Staffel in Brünn
Für gewöhnlich heißt es: wer es nicht im Köpfchen hat, hat es in den Beinen. Beim Orientierungslauf könnte man noch meinen: wer es nicht in den Beinen hat, hat es im Köpfchen. Wenn man es weder in den Beinen noch im Köpfchen hat, dann macht man auch keine 1000 Punkte bei einem World Ranking Event, sondern eben nur 817. So geschehen am Samstag beim Hummel Sprint Cup in Brünn, bei dem Pierre, Michi und ich an den Start gingen.
Karte mit Bahn und Route
Ergebnisliste und Zwischenzeiten
WR-Punkte
Mir unterliefen einfach zu viele Fehler, und zwar von Beginn weg. Der erste Posten ging noch gut, doch zum zweiten erwischte ich bereits die längere Route (ideal wäre knapp links der Linie). Zum Dreier ein kleiner Richtungsfehler, dadurch musste ich über eine Böschung klettern und am Weg zum Vierer ließ ich mich von einem anderen Posten ablenken.
Doch dann kam erst der Horrorcrash bei Posten 5: zuerst bog ich aus mir unerklärlichen Gründen von der Idealroute ab und kämpfte mich durch's Grün, dann interpretierte ich die Hilfshöhenlinie als Weg und lief viel zu weit in den Wald. Bis ich meinen Fehler bemerkte und endlich beim Posten war, verging über eine Minute. Als Draufgabe wählte ich zu Posten 7 die falsche Route (links herum ist zwar um 30m länger, aber nicht so steil zu laufen).
Dann beruhigte sich mein Kompass ein bisschen und ich machte keine groben Fehler mehr, einzig den Posten im Dickicht beim Elfer sah ich nicht gleich und verlor nochmal 20 Sekunden. Ab Posten 8 lief ich eigentlich fast immer in einer Gruppe mit mindestens 3 Läufern, teilweise sogar mehr. Aber ändern konnte das am Katastrophenergebnis auch nichts mehr: Platz 42 von 45 Teilnehmern. Die erste Hälfte hätte locker drin sein müssen, hätte.
Am gleichen Tag wurde auch noch eine Staffel ausgetragen. Zwar war die Vorbereitung nicht optimal (eine fettige Wurst als Mittagessen und statt Beine hochlagern geocachen), aber hier ging es auch mehr um den Spaß. Pierre lief am Start und übergab mir an 23. Stelle.
Karte mit Bahn und Route
Ergebnisliste und Zwischenzeiten
Der Anfang des Laufs gefiel mir sehr gut: kurze schnelle Posten im feinen Gebiet, da ging ordentlich was weiter. Am langen Anstieg zu Posten 8 konnte ich gut in einer größeren Gruppe mithalten. Durch eine sehr unterschiedliche Bahnanlage zwischen Posten 8 und 15 teilte sich die Gruppe komplett auf, noch dazu unterlief mir bei Posten 9 ein kleiner Postenraumfehler. Bei Posten 15 konnte ich wieder ein paar Läufer einholen, die verlor ich jedoch gleich wieder bei Posten 17 (Postenraumfehler).
Also lief ich den Rest so ziemlich allein, zwischen Posten 21 und 22 wurde ich noch von zwei schnelleren Läufern überholt, aber das war's dann auch schon. Zu Posten 23 lief ich zwar brav die Höhe aus und erwischte auch den Posten optimal, aber die direkte Route wäre deutlich schneller gewesen. So übergab ich an Michi an 28. Stelle, ich hatte also nur 5 Plätze verloren. Und das, obwohl ich schon stehend k.o. war (vor allem nach dem Schlussanstieg von 50 Höhenmetern) und absolut nicht fehlerfrei blieb.
Michi lief als Schlussläufer ein gutes Rennen, am Ende platzierten wir uns auf Rang 42 unter 61 Staffeln. Damit haben wir zwar nicht unser Ziel (Top 30) erreicht, aber Spaß hat's gemacht.
Spaß versprechen auch die vier Fun-O Bewerbe am kommenden Samstag in Abtenau. Zur Auswahl stehen ein Labyrinth-OL, ein WISBI-Sprint, ein Mobile-OL (werde ich mit Michi antreten) und, sehr interessant, ein Segway-OL. Ich bin schon sehr gespannt!
Am Sonntag wird auf der Postalm der 4. Austria Cup durchgeführt. Die Karte ist für mich neu, aber es wird wohl wieder sehr steil werden...
Kein Witz in Witzelsberg

Vergangenes Wochenende fanden im Gelände des WMOC06-Finales der 7. Austria Cup am Samstag und die Österreichischen Staffelmeisterschaften am Sonntag statt.
Austria Cup
Ich lief wie gewohnt in der Kategorie Herren 21- Lang. Nachdem ich auch als Helfer bei der Auswertung im Einsatz war, startete ich etwas später als geplant.
Der Anfang vom Rennen verlief sehr gut, zumindest bis zum vierten Posten. Zum Fünften machte ich dann einen gar nicht mal so schlimmen Richtungsfehler, allerdings geriet ich dadurch auf den nördlicheren breiten Weg, dachte ich wäre einen weiter südlich und lief so aus der Karte raus. Bald schon erkannte ich, dass ich falsch war und zum Auffangen gab es nicht viele Anhaltepunkte, also beschloss ich nach Süden zum großen Graben zu laufen. Ich konnte mich dann doch am richtigen Graben auffangen und hatte gleich den Posten, drei Minuten verlor ich trotzdem.
Der Rest vom Lauf ging wieder besser und ich machte keine gröberen Fehler mehr, nur kleinere Haken zu den Posten acht, sechzehn und neunzehn, die vielleicht gesamt eine Minute kosteten.
Für den Sieg in der Herren 21- Lang hat es gereicht, auch wenn die Herren 35- auf der selben Strecke deutlich schneller waren. Aber das kann nur Ansporn für die nächsten Trainings sein.
Karte mit Route
Ergebnisse
Zwischenzeiten
Splitalyzer
Routegadget
Staffelmeisterschaft
Die Staffelmeisterschaft durfte ich nach Ausfall von Roland in der 1er-Mannschaft mit Pierre und Stephan laufen.
Pierre lief am Start und übergab mir als 8., 44 Sekunden hiner Platz 7 und 3'35" hinter Platz 6, ich hatte also genug aufzuholen. Die ersten drei Posten waren kein Problem, doch schon beim Vierer machte ich einen wirklich unsinnigen Fehler. Ich lief einfach an der Kuppe vorbei und erst als ich den Zaun kurz vor mir sah erkannte ich mein Missgeschick.
Die nächsten Posten liefen wieder wie am Schnürchen, Gegnerkontakt hatte ich allerdings keinen - noch nicht. Den Elfer überrannte ich wieder und verlor so in etwa eine Minute. Doch als ich den Posten stempelte, erblickte ich Villach plötzlich 50 Meter vor mir - endlich irgendwen eingeholt. Zum Zwölfer musste ich dennoch alleine orientieren, da ich Villach nach dem kurzen Anstieg in der Mitte aus den Augen verlor.
Beim Zwölfer angekommen war auf einmal Henndorf (hinter mir gestartet) da, Villach war schon weiter voraus. Ich heftete mich also an Henndorfs Fersen, ab der Forststraße lief ich jedoch anders und war daher vorher beim Posten, wo ich endlich Villach ein- und überholte. Zum Vierzehner auf der Forststraße stand plötzlich der LAC neben mir, und so liefen wir gemeinsam zum Posten. Zum nächsten wollte ich eigentlich zurück auf die Forststraße, wo ich hergekommen war, um den Graben zu umlaufen. Allerdings gelangte ich viel zu weit nach unten und war völlig von der Rolle. Ich lief den kleinen Weg noch weiter bergab bis ich überriss, wo ich war und kämpfte mich wieder hinauf. Zu meinem Glück passierte dem LAC ein ähnlicher Fehler (lief noch weiter hinunter) und so kamen wir beim Posten wieder zusammen, wo uns Henndorf wieder einholte.
Der Sechzehner war gegabelt, der LAC hatte die einfachere Gabel auf der Nase und war somit wieder weiter vorn. Zum Siebzehner entschloss ich mich die Forststraße auszulaufen, was gar nicht so langsam war anscheinend, denn beim Posten kam ich vor dem LAC und Henndorf an.
Jetzt ging es auf die Schlussstrecke, die es noch deutlich in sich hatte. Beim 21er war ich mit dem LAC und Henndorf noch zusammen. Hinauf zum 22er zog Henndorf davon, auf Grund eines kleines Fehlers holten wir Henndorf beim 23er jedoch wieder ein. Der 23er war noch einmal gegabelt. Ich erwischte ihn zwar ohne Probleme, allerdings hatten der LAC und Henndorf eine andere, anscheinend kürzere, Gabel, und so verlor ich bis ins Ziel noch 41" (Henndorf) bzw. 16" (LAC). Auf der Forststraße zum 24er sah ich auch Fürstenfeld vor mir, allerdings musste ich noch zum Posten hinauf.
Im Endeffekt hatte ich zwei Staffeln überholt (Wien hab ich zwar nie gesehen...) und wurde selbst von Henndorf überholt, also machte ich immerhin einen Platz gut. Außerdem waren der LAC und Fürstenfeld in Reichweite. Ich schickte also Stephan auf Platz 7 liegend ins Rennen, 16" hinter dem LAC, 41" hinter Henndorf und 1'03" hinter Fürstenfeld.
Stephan verlor nochmal einen Platz und so fielen wir wieder auf Platz 8 zurück, was aber auch schon egal war.
Wenigstens waren es für mich nach vielen Trainings in diesem Gelände zwei schöne Wettkämpfe.
Karte mit Route
Ergebnisse
Zwischenzeiten
Szentendre Kupa & NÖ Staffel

Am vergangenen Wochenende veranstaltete der ungarische Verein Hegyisport Szentendre Egyesület den Szentendre Kupa Austria in und um Wiener Neustadt. Dabei stand am Samstag eine Mitteldistanz am Garnisonsübungsplatz Wiener Neustadt am Programm und am Sonntag parallel zur 2. Etappe des Szentendre Kupa die Niederösterreichische (und Steirische und Wiener) Staffelmeisterschaft in Wöllersdorf.



