Markus Plohn

The Day After NOLV Cup

Beim gestrigen NOLV in Blumau hab ich mein eigenes kleines OL-Armageddon erlebt. Karte und Gelände waren mir von diversen anderen Läufen bereits bekannt und eigentlich war ich gut darauf eingestellt – aber nur theoretisch. Der Lauf endete für mich in einem totalen Desaster mit einigen mehrminütigen Fehlern, über die sogar Anfänger lachen würden, und das Wetter passte auch perfekt dazu. Ein Glück, dass es sich nur um einen NOLV Cup handelte.

Doch gerade aus solchen Läufen kann man viel lernen, daher möchte ich diesen Posten für Posten analysieren:

Teil 1: Posten 1 – mittelmäßig (+0:00)

5. NOLV Cup 2014, Posten 1
Jaja, der Maßstab ist ein Hund. Mein Plan ist nach der Ruine rechts abzuschneiden und mich von Lichtung zu Lichtung vorzuarbeiten. Die Ruine sehe ich aber gar nicht und biege dann nach Gefühl ab. Als ich die Mauer sehe und überklettere denke ich ich wäre endlich bei der Ruine und sag zu mir selbst: „Das war aber ganz schön weit.“ Erst als ich bei der nächsten Mauer anstehe begreife ich wie weit ich schon bin und laufe die erste Mauer entlang bis zum Posten. Im Endeffekt die einzig mögliche Route, trotzdem einige Sekunden verloren.

Teil 1: Posten 2 – mittelmäßig (+0:00)

5. NOLV Cup 2014, Posten 2

Ich nehme erstmal die Direkte nur um dann erst alles rechts zu umlaufen, nicht sehr schlau. Die Route links (blau punktiert) sehe ich erst gar nicht, wäre gleich weit und „bequemer“ da nur Weg gewesen (mindestens 15 Sekunden schneller). Zumindest verliere ich im Postenraum keine Zeit, da ich mit den Durchgängen bereits vertraut bin.

Teil 1: Posten 3 – mittelmäßig (+0:21)

5. NOLV Cup 2014, Posten 3

Auch hier wäre die linke Route (blau punktiert) wahrscheinlich etwas schneller gewesen, da wieder mehr Weg und man hätte sich das Dickicht erspart. Ich nehme jedoch wie vorhin die rechte Route und eigentlich sieht der Posten nicht besonders schwierig aus. Trotzdem schaffe ich es auch hier Zeit liegen zu lassen. Ich biege nämlich schon vor dem zweiten statt dem dritten Gebäude ab. Zwar bemerke ich das bald, muss mich dann aber ein Stück quer durch’s Grün kämpfen anstatt am Weg laufen zu können.

Teil 1: Posten 4 – gut (+0:00)

5. NOLV Cup 2014, Posten 4

Grün grün grün. Ich schaffe es recht gut Dank Kompass die Richtung zu halten und treffe den Posten auf Anhieb, hätte ich nicht erwartet. Endlich mal ein Posten, der gutgeht, obwohl es der technisch schwierigste war bisher.

Teil 1: Posten 5 – gut (+0:03)

5. NOLV Cup 2014, Posten 5

Auch diesen finde ich ohne Probleme – two in a row! Auch wenn ich bei der Routenentscheidung etwas zögere, aber im Endeffekt gibt es nur eine sinnvolle.

Teil 1: Posten 6 – mittelmäßig (+0:48)

5. NOLV Cup 2014, Posten 6

Bis kurz vor dem Postenraum läuft alles gut, doch dann biege ich falsch ab und stehe erstmal im falschen Graben. Es vergehen ein paar Sekunden bis ich feststellen kann wo ich bin und dann muss ich nur noch einmal rauf und runter.

Teil 1: Posten 7 – mittelmäßig (+0:29)

5. NOLV Cup 2014, Posten 7

Wieder sehr viel grün. Den eingezeichneten Zaun (Stacheldraht) bemerke ich erst, als ich hängen bleibe, denn dieser liegt am Boden. Nach etwas Wurschtlerei kann ich mich befreien, vielleicht 15 Sekunden verloren.

Teil 1: Posten 8 – gut (+0:04)

5. NOLV Cup 2014, Posten 8

Zur Abwechslung ein richtiger Laufposten ohne Dickicht – herrlich!

Teil 1: Posten 9 – gut (+0:13)

5. NOLV Cup 2014, Posten 9

Sieht zwar anfangs nach einem ordentlichen Dickichtkampf aus, aber über die kleinen Wege gelangt man ziemlich gut zum Posten.

Teil 1: Posten 10 – mittelmäßig (+0:23)

5. NOLV Cup 2014, Posten 10

Durch das Lichtungslabyrinth komme ich schnell zur Forststraße hinaus, aber danach geht es nur mühsam weiter. Die braunen Linien kann ich auf der Karte nur schwer erkennen, aber irgendwie schaffe ich es trotzdem den Posten zu finden.

Teil 1: Posten 11 – mittelmäßig (+0:31)

5. NOLV Cup 2014, Posten 11

Zum dritten Mal heute wähle ich die rechte statt der linken Route. Klar, rechts kann man ziemlich lang auf der Forststraße Tempo machen, dafür muss man dann die Machete auspacken und sich durch’s Dickicht kämpfen. Auf der linken Route (blau punktiert) hätte es ebenfalls ein paar kleinere Wege gegeben, zugleich hätte man sich aber jegliches Dickicht erspart.

Teil 2: Posten 2 – gutschlecht (+1:47)

5. NOLV Cup 2014, Posten 12

Den Weg zur Forststraße kenne ich ja bereits, schöner wird er deswegen auch nicht. Dann ein Stück am Weg und wieder hinein in’s Grün. Die Route ist gar nicht so schlecht, aaaaaaaber… auf halbem Weg zwischen Weg und Posten liegt eine Rolle Stacheldraht, in die ich natürlich genau reintrete. Zuerst ist es nur der linke Schuh, doch beim Befreiungsversuch bleiben noch rechter Schuh, Hose, Hand und sogar der SI-Chip hängen. Die spätere GPS-Analyse ergibt: über eine Minute nicht vom Fleck bewegt. Das ist keine gefühlte Ewigkeit mehr, das ist schon eine echte. Nachdem ich mich dann endlich ausgefädelt habe, ist der Posten schnell gefunden. Im Endeffekt Posten kein Problem, trotzdem viel Zeit verloren.

Teil 2: Posten 3 – mittelmäßig (+0:42)

5. NOLV Cup 2014, Posten 13

Beim vorherigen Posten habe ich gelernt: Dickicht vermeiden. Also laufe ich außen herum. Vielleicht etwas zuviel, denn durch den Abschneider (blau punktiert) hätte man den Posten ziemlich genau treffen und sich durch den Durchgang auch etwas Qual ersparen können. Stattdessen laufe stapfe ich auf gut Glück in den Wald, springe klettere über Äste und kämpfe leide die Böschung hinauf.

Teil 2: Posten 4 – schlecht (+1:28)

5. NOLV Cup 2014, Posten 14

Trotz Vorwarnung von Stephan („Der sitzt tief!“) suche ich im Postenraum Ewigkeiten herum. Zu meiner Verteidigung: der Posten sitzt wirklich tief.

Teil 2: Posten 5 – mittelmäßig (+0:29)

5. NOLV Cup 2014, Posten 15

Ich arbeite mich von Weg zu Weg voran. Leider suche ich dann zuerst beim falschen Gebäude – warum eigentlich?

Teil 2: Posten 6 – schlecht (+3:18)

5. NOLV Cup 2014, Posten 16

Sieht auf den ersten Blick nicht besonders schwierig aus: zum kleinen Weg neben dem Bach, die Forststraße entlang, durch den Durchgang – Posten. Schritte eins bis vier sind kein Problem, aber da ist kein Posten. Zugegeben, ich suche zuerst oben auf der Böschung statt unten, aber nachdem ich mir alles genau angesehen habe stehe ich schließlich vor der richtigen Mauer – immer noch kein Posten. Ich klettere nochmal hinauf, wieder hinunter, durch den Durchgang, links, rechts, und da, plötzlich, in einer Höhle versteckt steht der Posten. Nach dreiminütiger Suchaktion doch noch gefunden.

Teil 2: Posten 7 – gut (+0:13)

5. NOLV Cup 2014, Posten 17

Durch die Durchgänge hindurch geht’s hinaus auf die Forststraße und dann einfach am Weg bis zum Posten. Nicht schwer, aber die Motivation noch halbwegs Tempo zu machen ist im Keller.

Teil 2: Posten 8 – gut (+0:12)

5. NOLV Cup 2014, Posten 18

Langes Weglaufen, der Hochstand dient als perfekter Ablaufpunkt.

Teil 2: Posten 9 – gut (+0:10)

5. NOLV Cup 2014, Posten 19

Auf zum Endspurt.

Karte: Teil 1 | Teil 2
Ergebnisse | Zwischenzeiten

Über den Rückstand von 9:25 im Ziel brauch ich mich nicht zu wundern. Mindestens zehn Minuten davon kann ich den Fehlern zuordnen. Bleibt nur zu hoffen, dass es am Sonntag bei der Niederösterreichischen Meisterschaft über die Mitteldistanz besser läuft.

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