Markus Plohn

Ein Mountainbike für einen Läufer

Nach dem ersten Austria Cup Wochenende in der Slowakei ist wieder einiges passiert:

4. NOLV Cup
Der vierte Lauf des NOLV Cups fand am Garnisonsübungsplatz Wiener Neustadt statt, das Gelände war mir von einigen Trainings und Wettkämpfen bereits bekannt, daher hielten sich die Fehler auch sehr in Grenzen (nur kleinere Richtungsfehler) – Start-Ziel-Sieg.

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3. WOLV Cup
Am Wochenende darauf fand in Wien der 3. WOLV Cup statt. Da ich zwei Tage davor einen 33km-Longjog lief, hatte ich noch ziemlich schwere Beine und verlor läuferisch, vor allem wiedermal bergauf, einiges. Am Ende Rang 5 mit fast vier Minuten Rückstand.

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4. WOLV Cup
Einen Tag später, beim 4. WOLV Cup, der ganz in der Nähe stattfand, lief es deutlich besser. Hier platzierte ich mich hinter David Schneider auf dem zweiten Platz.

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5. NOLV Cup
Die Cup-Serie ging mit dem 5. NOLV Cup in Oberwölbling weiter, wo ich wieder gewinnen konnte.

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5. WOLV Cup
Bei der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf ging der 5. WOLV Cup mit einer Mitteldistanz über die Bühne. Mit 1:43 Rückstand klassierte ich mich auf dem 3. Rang.

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Dieser 3. Rang genügte schlussendlich zum Gesamtsieg in der Endwertung des WOLV Cups 2013.

Gesamtwertung

Niederösterreichische Staffelmeisterschaft
Nach der Cup-Serie stand nun der nächste wichtige Wettkampf am Programm: die Staffel-Landesmeisterschaft. Ich lief mit Jakob und Pierre und wollte als Startläufer einerseits im Gesamtfeld weit vorne mitlaufen und andererseits möglichst viel Vorsprung in der NÖ-Wertung herauslaufen.

Karte Teil 1

Am Weg zum ersten Posten teilte sich bereits das Teilnehmerfeld und beim 2er war ich fast allein. Doch auf der Wiese kurz danach kamen von allen möglichen Richtungen die Läufer wieder zusammen. Bis Posten fünf konnte ich mich bis zum Spitzenfeld vorarbeiten, teilweise übernahm ich, auch aufgrund der vielen Gabelungen, die Führung. Am Weg zum Zuschauerposten, Posten 15, konnte ich mich durch eine gute Routenwahl über 30 Sekunden absetzen und lag allein in Führung.

Beim Zuschauerposten (Foto: Schaumann)

Beim Zuschauerposten (Foto: Schaumann)

Karte Teil 2

Nun hieß es also die Führung heimzubringen. Leider verlor ich zu Posten 16 schon etwas Zeit (der Weg zwischen Fluss und Zaun war schrecklich zu laufen, wäre wahrscheinlich über das Halboffene schneller gewesen) und nach einem weiteren Fehler zum 19er wurde ich wieder eingeholt. Dann fehlte mir etwas der Mut zu den Posten 20 und 21 quer zu gehen, sonst hätte ich mich vielleicht erneut etwas absetzen können. Stattdessen blieb ich bei den anderen und verlor läuferisch bis ins Ziel 19 Sekunden auf den Führenden, Matthias Müller.

In der NÖ-Wertung konnte ich jedoch fast vier Minuten Vorsprung herauslaufen und Jakob und Pierre machten den Sack schließlich zu – zweites LM-Gold in dieser Saison! Hoffentlich nicht das letzte…

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Landesmeister: plohni, Pierre, Jakob (Foto: Schaumann)

Landesmeister: plohni, Pierre, Jakob (Foto: Schaumann)

1. Traiskirchner Adventure Run
Am Wochenende darauf stand mit dem 1. Traiskirchner Adventure Run ein unerwartetes Highlight dieses Frühlings am Programm. Adventure Run, das bedeutete eine 12km-lange Strecke (laut GPS und Kartenmessung waren es 11km) verfeinert mit diversen natürlichen und künstlichen Hindernissen. Für die Tagesschnellste und den Tagesschnellsten gab es je ein Mountainbike zu gewinnen.

Gestartet wurde in der Eislaufhalle (natürlich ohne Eis, aber das hätte es vielleicht noch spannender gemacht), durch einen engen Führungskanal ging es hinaus ins Freie. Nach einem Kilometer musste die Schwechat – nicht ganz hüfttief – durchquert werden, direkt danach folgten ein Schlammloch und ein Erdhügel. Dann hieß es wieder 600 Meter Gas geben, ehe es einen Traktoranhänger und anschließend einen Container mit Autoreifen zu überwinden galt. Das nächste Hindernis war deutlich einfacher: ein Rodelhügel mit anschließender „Abfahrt“ durch den dichten Wald.

Nach 2,8km mussten eine Brücke sowie ein künstlicher Strohballentunnel unterquert werden, nach 3,6km wurde erneut die Schwechat gekreuzt, diesmal nur knieftief. Nach einer weiteren Brückenunterquerung hieß es laufen, laufen, laufen bis zur Eishalle, hier erwarteten einen auf den letzten 100m die letzten drei Hindernisse: zuerst am Boden liegende Autoreifen, direkt danach eine vier Meter hohe Strohballenpyramide und als Abschluss ein wackeliges Kettengerüst. Die Runde zweimal absolviert ergab die volle Distanz.

Da mir in der Läuferszene die Namen der schnellen Läufer nicht so bekannt sind und ich daher schwer einschätzen konnte, welche Platzierung möglich war, wollte ich einfach nur Spaß haben. Aus dem Spaß wurde aber schnell ernst, als ich mich nach einem Kilometer an dritter Position wiederfand, nicht weiter hinter den beiden Führenden.

Ich bemerkte, dass ich bei den Hindernissen immer etwas schneller war und somit aufholte, beim Traktoranhänger konnte ich schließlich aufschließen. Beim Überwinden des Reifencontainers verlor ich etwas Zeit, hier gab es nur eine Leiter hinauf, also musste man sich brav hinten anstellen. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass es eindeutig besser war, als erster zum Hindernis zu kommen. Bei der zweiten Flussdurchquerung setzte ich dieses Erkenntnis in die Tat um und übernahm die Führungsarbeit.

Ein paar hundert Meter später konnte ich mich mit einem zweiten Läufer absetzen, es kam also zum Duell. Nachdem wir die Eishalle und somit die erste Runde absolviert hatten, lag ich noch immer in Führung, allerdings nur einen Meter. Kurz vor der Schwechat startete der andere plötzlich einen Angriff, ihm war das mit dem „als erster zum Hindernis kommen“ wohl ebenfalls bewusst, doch ich konnte die Attacke abwehren und sprang als erster ins Wasser.

Das Tempo war in Ordnung, auch wenn nach jedem Hindernis die Oberschenkel ordentlich brannten. Beim Traktoranhänger gab es eine kleine Überraschung, denn plötzlich stand direkt danach ein weiterer Anhänger mit Holz beladen. Während ich den ersten Anhänger überkletterte, fragte ich den Helfer, ob der zweite auch überquert werden musste. Er zögerte erst, gab schließlich aber Entwarnung: „Nein, daran vorbeilaufen.“. Es folgte der Reifencontainer und jetzt wurde es richtig ernst. Dass man hier viel Zeit verlieren konnte, wussten wir aus der ersten Runde, daher kam es zum Vollsprint – schneller als der Zieleinlauf. Ich schaffte es in Führung zu bleiben und hatte nach dem Container ein paar Meter Vorsprung.

Zwar konnte der andere Läufer wieder aufschließen, doch mir war bewusst, dass ihn diese Aktion viel Kraft kostete. Auch bei den folgenden Hindernissen blieb ich immer vorne, bis es schließlich zur Eishalle ging. Mir war klar, dass derjenige, der zuerst im engen Kanal in die Halle lief, auch als erster die Ziellinie überqueren würde. Das Mountainbike war zum Greifen nah.

Auf den letzten hundert Metern vor der Eishalle laufe ich volles Tempo.
Niemand überholt mich.
Ich biege in die Halle ein.
Springe über die Reifen.
Klettere über die Pyramide.
Überquere das Gerüst. Ein kurzer Schreckensmoment: ich rutsche mit einem Fuß ab.
Die letzten 20 Meter.
Sprint. Ziel. Gewonnen!

Das hätte ich nicht erwartet. Am Ende hatte ich einen Vorsprung von 1,7 Sekunden, aber das reichte. Somit durfte ich mich über ein neues Mountainbike und, da wir (Much, Michi, Jakob und ich) auch die Teamwertung gewannen, über ein 6er-Tragerl Bier freuen.

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6. NOLV Cup
Nach diesem kurzen Abstecher in die Welt des Hindernislaufs ging es wieder mit dem Orientierungslauf weiter, nämlich dem 6. NOLV Cup am GÜPL Kottingbrunn. Die Schwierigkeit bei diesem Lauf war die Posten zu finden, denn diese waren teilweise wirklich gut versteckt. Da das Gelände aber nicht wirklich viel hergibt, finde ich das auch in Ordnung so. Als kleines Geburtstagsgeschenk konnte ich mir den Sieg holen.

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7. NOLV Cup
Nach einer schwierigen Anreise nach Muckendorf (Stau in Wien) hatte ich bereits vor dem Start müde Beine. Die einfache Bahn mit langen Laufpassagen lag mir in diesem Fall zwar nicht unbedingt, trotzdem reichte es für einen knappen Sieg.

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Da es leider immer noch keine Gesamtwertung des NOLV Cups gibt, hab ich die ersten sieben Läufe der Herren A selbst formlos zusammengefasst:

Zwischenstand NOLV Cup Herren A ohne Streichresultate (ohne Gewähr)

Trainings
Für ein paar Trainings blieb auch noch Zeit:

» Schleinzer Kreuz: Teil 1 & 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6
» Wöllersdorf: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5
» 1. MTBO Austria Cup (SI aktivieren)
» 2. MTBO Austria Cup (SI setzen)
» Bad Fischau

Weiter geht es bereits am Wochenende in Tirol mit den Staatsmeisterschaften im Sprint und in der Staffel. Die nächste Entscheidung bei niederösterreichischen Landesmeisterschaften steht in zwei Wochen bei der Mittelmeisterschaft in Bad Vöslau am Programm.

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