Markus Plohn

Velikonoce ve skalách

Nach 1999 (3. in H18), 2004 (abgesagt), 2006 (12. in H21A), 2007 (9. in H21A) und 2011 (5. in H21A) startete ich heuer zum ersten Mal beim Prague Easter in der Elite-Kategorie. Wie immer waren die Läufe geprägt von waghalsigen Sprüngen über Felsspalten, rasanten Downhill-Rutschpartien und kräfteraubenden Kletterpassagen. Bei der dritten Etappe erforderte ein aprilhafter Schneesturm noch mehr Trittsicherheit in den Steilhängen.

1. Etappe: Mitteldistanz (Karte)
Das Gelände war mir zwar bereits vom Vorjahr bekannt, bei den vielen Felsformationen war trotzdem feinstes Orientieren angesagt. Ich erwischte einen guten Start und konnte bei  Posten 6 bereits den zwei Minuten vor mir gestarteten Junior Michael Van Baelen aus Belgien einholen. Ich übernahm erstmal die Führungsarbeit und es lief weiterhin sehr gut.

Komplexe Felsformationen forderten starke Oberschenkel und feines Orientieren

Beim Weglaufen von Posten 11 unterlief mir beinahe ein schwerwiegender Fehler: ich orientierte von 19 zu 20 und lief bereits ein paar Meter Richtung Nordwesten, als ich bermerkte, dass Michael nach Nordosten schwenkte und mich somit rettete. Ich revanchierte mich dafür bereits ein paar hundert Meter weiter, wo wir fast den falschen Graben erwischten. Bei Posten 15 mussten wir eine kleine Suchaktion starten, denn dieser befand sich einiges weiter nordwestlich als auf der Karte eingezeichnet.

Zwei Fehler unterliefen uns noch bei den Posten 27 (falsche Mulde hochgeklettert) und 30 (nicht eingezeichneter Weg), aber die Zeitverluste hielten sich in Grenzen. Laufzeit: 49:30 (+06:24), 18. Platz – sehr zufrieden. Natürlich waren wieder ein paar kleine Fehler dabei (in Summe vielleicht 2 Minuten), aber in diesem Gelände war das ok.

2. Etappe: Langdistanz (Karte)
Die 355 Höhenmeter in der Ausschreibung ließen auf eine flachere Bahn schließen, die Angaben auf der Postenbeschreibung holten einen aber schnell in die Realität zurück: 495 Höhenmeter. Ich fand wieder ganz gut ins Rennen und konnte auch halbwegs auf’s Tempo drücken. Der einzige Fehler unterlief mir bei Posten 16: ich kam von unten und wusste, dass ich zum obersten Felsen musste. Also kletterte ich ganz hinauf, nur leider war der oberste Felsen nicht mehr in der Karte eingezeichnet, also musste ich wieder ein Stück hinunter. Bevor ich den Posten nach 1:30 endlich fand, stand ich noch etwas fragend herum – ganz klassisch eben.

Ein paar Sekunden verlor ich auch noch, da ich brav die Felder am Rand auslief. Wie ich nach dem Rennen erfuhr, hatten einige Läufer diese gequert. Ob es tatsächlich erlaubt war, wusste wohl niemand.

Zeit für die zweite Etappe: 75:44 (+12:03), 30. Platz (gesamt 23.) – wieder sehr zufrieden.

3. Etappe: Langdistanz (Karte)
Bei der dritten und letzten Etappe stand Jagdstart am Programm. Meine Ausgangslage war zwar sehr gut (vier Läufer innerhalb einer Minute vor mir und hinter mir fast zwei Minuten Abstand), aber ich wollte mein eigenes Rennen laufen und nicht von Beginn an am Limit kämpfen müssen. Außerdem erhöhte ein Schneesturm die Gefahr in einem der steilen Hänge abzurutschen und irgendeinen Felsen hinunterzukullern – dieses Risiko wollte ich nicht unbedingt eingehen.

Witzigerweise hatte ich die Gruppe vor mir beim zweiten Posten trotzdem fast eingeholt, aber am Weg zum 3er verlor ich sie dann aus dem Blickfeld. Zwar hatte ich den restlichen Lauf noch etwas Gegnerkontakt, aber den Großteil lief ich allein. Auf den langen Routen zu den Posten 14 und 16 querte ich diesmal die Felder, schließlich gab es am Vortag weder Konsequenzen für die, die bereits drüberliefen, noch wurde irgendwie explizit auf ein Verbot hingewiesen.

Am Weg zu Posten 17 musste ich einen kleinen Abstecher zur Getränkestation machen, sonst konnte ich mich über keine Zeitverluste beschweren. Meine Zeit: 79:05 (+12:04), Platz 24 und insgesamt 22. beim Prague Easter 2012. Zwar schaffte ich den Sprung in die erste Hälfte nicht, aber mit dem Ergebnis war ich trotzdem zufrieden.

Ergebnisse
Veranstalter-Website

Drei nette Läufe, gutes Essen und ebenso gutes Bier, etwas Sightseeing – das war Velikonoce ve skalách 2012.

Frühjahrssaison
Das war erstmal die letzte Auslandsfahrt – am kommenden Wochenende beginnt die nationale Saison mit ÖSTM Sprint (zugleich 1. Austria Cup) und 2. Austria Cup beim Thermenland Open in Fürstenfeld. Nur zwei Wochen später geht es mit der ÖSTM Mittel (zugleich 3. Austria Cup) und dem 4. Austria Cup im Waldviertel beim International 2 Days of Blockheide weiter.

Im Mai steht wohl eher das Training im Mittelpunkt, denn mit der NÖ Staffel steht nur ein Highlight am Programm. Ganz anders sieht es dagegen im Juni aus: 5. Austria Cup und ÖM Mannschaft in Perchtoldsdorf, 6. Austria Cup und Bundesländerstaffel in Hinterbrühl bzw. Paudorf und natürlich der Höhepunkt, die Jukola in Finnland.

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