Markus Plohn

Mein erstes Mal

In meiner mittlerweile doch 19-jährigen OL-Karriere OL-Geschichte konnte ich am Samstag zum ersten Mal einen Einzellandesmeistertitel feiern, und zwar bei den Niederösterreichischen Nachtmeisterschaften in St. Johann in der Haide. Damit konnte ich heuer bei jeder Landesmeisterschaft eine Medaille holen: 2x Bronze (Sprint und Lang), 3x Silber (Ultralang, Mittel und Staffel) und 1x Gold (Nacht).

Im Ziel (Foto: fotoburmann.at)

Vom Sieg am Samstag war ich selbst sehr überrascht, der große Favorit war natürlich der Nachtspezialist und Seriensieger Pierre. Ich rechnete mir gute Chancen auf Silber aus, eine Medaille war bei dem Starterfeld auf jeden Fall Pflicht. Es erwartete uns ein richtiges „Postengemetzel“: 6,8km mit 31 Posten. Aufgrund der Läuferinformation war klar, dass der erste Teil in die feinen Gräben führte und der zweite Teil nach der Bahnüberquerung auf das flachere Plateau ging.

Ich wollte sicher in den ersten Teil starten, was mir leider nicht gelang, denn schon am Weg zum Einser stand ich beim falschen Posten am Zauneck (+30sec). Die kurzen Posten zwei, drei und vier liefen da schon einiges besser, zum Fünfer passierte mir jedoch das nächste Missgeschick, als ich zwischen die Zäune hineinlauf (+15sec).

Bei den nächsten vier Posten hatte ich wiederum keine Probleme, doch dann kam mein größter Fehler der Nacht (der zweitgrößte Fehler war den Soja-Drink, den ich bei der Siegerehrung bekam, gleich zu verdrücken, aber das ist eine andere Geschichte): zum Zehner drehte ich mich immer mehr nach rechts ein, wobei ich den ersten kleinen Pfad gar nicht mitbekommen hab und daher über den zweiten auch noch lief. Erst am großen Weg fing ich mich auf, dachte aber dort noch halbwegs richtig zu sein und lief Richtung Westen. Als noch immer weit und breit keine Gräben zu sehen waren, überriss ich endlich wo ich war – dann war der Posten kein Problem mehr (+1min).

Beim 11er lief ich knapp oberhalb vorbei, dank Postenbeschreibung fand ich den Posten aber dann gleich und der Zeitrückstand hielt sich in Grenzen (+15sec). Anschließend hatte ich wieder eine stärkere Phase von vier Posten. Zum 16er wählte ich die falsche Route, denn vom 15er weg links um’s Dickicht, dann ein Stück am Weg und erst recht spät nach oben stechen wäre sicher schneller gewesen und hätte zwei tiefe, kräfteraubende Gräben erspart (+20sec).

Gut, den ersten Teil hatte ich zwar nicht fehlerfrei (~2min), aber halbwegs akzeptabel hinter mich gebracht. Ab Posten 17 lief es für mich dann optimal und ich hatte keinen Fehler mehr zu beklagen. Nur bei den Posten 20 und 25 verlor ich bergauf (wie immer) insgesamt 50 Sekunden.

Im Ziel angekommen erwartete mich schon Pierre und gratulierte mir gleich voreilig zum Sieg. Nachdem er dies schon letztes Jahr gemacht hatte und dann doch eine Minute vorne war, wollte ich lieber erst den gedruckten Beweis sehen bevor ich Glückwünsche annahm. Also schnell hinein zum Auslesen und tatsächlich: 32 Sekunden Vorsprung. Und auch noch der Tagessieg obendrauf.

Dass sich der geplante Landesmeistertitel doch noch im letzten Rennen ausging, hätte ich nicht erwartet, vor allem nach so einer durchwachsenen Saison mit Krankheiten, Verletzungen und Organisation der 6 Days of Austria. Umso schöner…

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