Markus Plohn

Überraschung!

Vergangenen Samstag wurde mit der Niederösterreichen Mittelmeisterschaft in Wien die Frühjahrssaison beendet. Nachdem mein Training in letzter Zeit aufgrund diverser Krankheiten und Verletzungen eher durchwachsen war, wusste ich, dass ein Podestplatz nur schwierig zu erreichen war. Schließlich waren auch alle Medaillenanwärter am Start und da die Kategorie von 15 bis 44 Jahre ging, wurde die Konkurrenz noch stärker.

Ich startete ziemlich am Ende und rechnete eigentlich damit, dass es zu Beginn auf den Wiesen bereits Spuren gab. Dem war leider nicht so, wie ich gleich zum ersten Posten feststellen musste.

Karte
Ergebnisse, Zwischenzeiten, Splitalyzer und Routegadget

Der Beginn
Wie erwartet waren zu Beginn ein paar Posten auf den Wiesen anzulaufen. Klingt theoretisch sehr einfach, praktisch kam aber fast niemand fehlerfrei durch. Ich schaffte es gleich den ersten Posten 90 Sekunden zu suchen. Das eingezeichnete Dickicht übersah ich gleich mal und peilte das Schilf um den See dahinter an. Ich dachte zuerst, das wäre schon das richtige Dickicht, nur halt etwas überschwemmt – also rundherum zum Posten, hm, falsche Nummer. Also war es doch der See! Selbst beim Zurücklaufen sah ich das gesuchte Dickicht immer noch nicht und landete am Weg – von dort schaffte ich es endlich den Posten zu finden – super Beginn.

Die übrigen Posten auf der Wiese bis zum Sechser erwischte ich dann besser, nur kleinere Haken bzw. Unsicherheiten bei zwei und vier. Ob das noch für eine Medaille reichen würde?

Der Mittelteil
Den eigentlich schwierigeren Mittelteil im Wald meisterte ich deutlich besser als den Beginn im Offenen. Nur zu Posten 15 verlor ich rein geherisch fast eine halbe Minute und zum 16er erwischte ich die falsche Route (westlich über die Straße wäre deutlich schneller gewesen und hätte vor allem wertvolle Kräfte gespart, denn zum nächsten Posten ging es gleich wieder bergauf).

Bei den kurzen Posten von 18 bis 20 konnte ich gleich drei Bestzeiten hintereinander holen – diese kurzen Posten liegen mir einfach.

Der Schlussteil
Es ging noch einmal durch Siedlungsgebiet, doch diesmal erwischte ich die Route besser.

Zu 24 unterlief mir fast ein fataler Fehler, doch ein Kartenfehler bewahrte mich davor. Ich wollte eigentlich durch die Siedlung und dann den breiten Weg bis zum Posten laufen, das wäre kürzer und höhenmetersparend gewesen. Allerdings befand sich am Anfang der Siedlung ein geschlossenes Tor – welch ein Glück, denn am Ende der Siedlung wäre ein ziemlich langer unpassierbarer Zaun gestanden, der mir einen ordentlichen Umweg beschert hätte. So verlor ich nur ein paar Sekunden durch die Sackgasse.

Zu Posten 25 interpretierte ich die Karte falsch und suchte nach einem Hügel statt einer Mulde. Ich fand schließlich auch einen Hügel, doch dort befand sich bereits der übernächste Posten. Mist! Also wieder runter den Berg und zum Posten. Wenigstens kannte ich dann den 25er schon.

Im Ziel (Foto: Hack)

Noch zwei einfachere Posten im Wegenetz und ab in’s Ziel. Im Zieleinlauf traute ich fast meinen Ohren nicht, als Alex der Sprecher mich auf dem zweiten Platz ankündigte. Das konnte doch nicht sein, oder? Dass Pierre vor mir war, wusste ich, denn ihn sah ich noch im Zieleinlauf bevor ich zum Start ging, daher kannte ich seine Zeit. Aber wo war Much? Wo war Stephan? Roland?

Naja, wenn’s der Sprecher sagt, wird’s schon stimmen – hoffentlich. Nach dem Auslesen wurde gleich analysiert und tatsächlich: Stephan 15 Sekunden hinter mir, Much 41 und Roland knapp zwei Minuten. Als Flo (er musste leider verletzt aufgeben – gute Besserung!) auch nicht rechtzeitig kam um meine Zeit zu schlagen war es fix: Silber!

Bekannte Gesichter bei der Siegerehrung (Foto: Hack)

Damit hatte ich echt nicht gerechnet! Immerhin konnte ich jetzt die dritte Medaille bei der dritten Niederösterreichischen Meisterschaft in diesem Jahr abholen.

Ausblick
Die Frühjahrssaison ist damit beendet. Jetzt heißt es erstmal organsieren, nämlich die 6 Days of Austria. Danach beginnt wieder eine längere Vorbereitungsphase bis es Anfang September mit den nächsten beiden Niederösterreichischen Meisterschaften (Langdistanz und Staffel) weitergeht. Das erste Mal seit zehn Jahren geht es heuer im Sommer nicht nach Schweden auf Trainingslager, stattdessen steht der 3-Tage-Lauf Flanders 3-days am Programm. Ich bin gespannt.

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