Markus Plohn

Prague Easter

Während andere im Garten nach Ostereiern und Schokoladenhasen suchten, machte ich mich zusammen mit elf anderen Vereinskollegen auf nach Tschechien zum Prague Easter in der Nähe von Ceska Lipa nördlich von Prag um zwischen den Sandsteinfelsen nach orange-weißen Postenschirmen zu suchen.

Im Ziel nach der letzten Etappe (Foto: Mayer)

Erste Etappe: die Felsige
Zur Einstimmung und Eingewöhnung wurde die erste Etappe auf verkürzten Bahnen, dafür im technisch anspruchsvollsten Gelände ausgetragen.

So sehr ich mich über die Bestzeit zum ersten Posten vielleicht noch freuen konnte, so sehr konnte ich mich auch über den Fehler zum Zweier ärgern. Denn ich verschätzte mich komplett bei der Distanz und lief fast den doppelten Weg, so stand ich schon auf Höhe des übernächsten Postens und bis ich endlich beim richtigen Posten angelangt war, waren fast drei Minuten vergangen.

Nach diesem schweren Patzer fing ich mich aber gleich wieder und bis auf Posten zehn, wo ich die schmalen Felsdurchgänge auf der Karte falsch interpretierte, ein paar Höhenmeter mehr machte und somit erneut zwei Minuten liegen ließ, lief der Rest wie gewollt.

Mit den fünf Minuten Fehler und dem 9. Rang konnte ich nicht wirklich zufrieden sein. Also hieß es Vollgas am zweiten Tag um noch eine der begehrten Startnummern im Jagdstart zu erobern, die gab es nämlich nur für die fünf Bestplatzierten.

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Zwischenzeiten

Zweite Etappe: die Lange
Es galt also vier Plätze aufzuholen, kein Ding der Unmöglichkeit. Und auf der Bahn der zweiten Etappe gab es genug Zeit und Möglichkeiten zu attackieren.

Fast hätte ich es aber bereits am Start vergeigt: am Startpunkt angekommen bog ich links, also Richtung Südwesten, ab. Ein Blick auf den Kompass verhinderte aber Schlimmeres und ich verlor nur ein paar Sekunden.

Dafür war die falsche Ablaufrichtung von Posten eins beabsichtigt, denn der Bach hatte sich an dieser Stelle zu einem breiten, tiefen und vor allem morastigen Sumpf ausgeweitet. So nahm ich die paar Meter Umweg in Kauf und schonte dafür meine Schuhe (spätestens am Weg zu Posten 13 war dies aber sowieso hinfällig, denn hier gab es keine Möglichkeit auszuweichen).

Zu Posten neun probierte ich eine alternative Routenwahl, die sich aber nicht rentierte sondern mir sogar eine Minute Zeitverlust einbrachte. Ich wollte mir den Anstieg gleich von Posten acht weg ersparen, doch der Weg war doch zu weit und die Höhenmeter blieben mir am Schluss auch nicht erspart.

Ein sehr ähnlicher Fehler unterlief mir auch zu Posten 15. Hier nahm ich wieder die Umlaufroute, die direkte über beide Hügel wäre jedoch wieder eine knappe Minute schneller gewesen.

Zu guter Letzt unterlief mir bei Posten 23 noch ein Postenraumfehler von ca. einer Minute, obwohl ich den Posten bereits am Weg zum 21er gesehen hatte.

In Summe also um die drei Minuten Zeitverlust und der vierte Etappenplatz. Damit konnte ich mich wie geplant genau auf Rang fünf in der Gesamtwertung nach vorne schieben.

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Zwischenzeiten

Dritte Etappe: die Schmerzhafte

Die Ausgangslage für den Jagdstart war denkbar gut: 17 Sekunden nach vorne auf Rang vier (Karel Pilař) und hinter mir ein Loch von über fünf Minuten. Vom Stockerl war ich jedoch mehr als vier Minuten entfernt.

Zu Beginn hieß es erstmal das kleine Loch nach vorne zu schließen, dies gelang mir kurz vorm ersten Posten und somit stempelte ich diesen bereits an vierter Stelle liegend. Ich übernahm gleich die Führungsarbeit und die nächsten Posten kamen wie gewollt.

Doch beim Abstieg zu Posten fünf kam der große Schreck: ich überknöchelte mit dem rechten Fuß und musste erstmal eine kurze Pause einlegen. Nach ein paar Sekunden konnte ich unter großen Schmerzen wieder aufsteigen und ich suchte auf der Karte schon den kürzesten Weg zurück zum Ziel. Als es aber besser wurde, beschloss ich es doch noch für ein paar Posten zu probieren.

Karel war natürlich bereits auf und davon, ich sah ihn noch den Hang zu Posten sechs hinaufklettern während ich meinen Fuß im Bach kühlte. Kurz bevor ich nach Posten sieben auf den Weg kam, sah ich Karel am Gegenhang hinauflaufen, er wählte (warum auch immer) den südlichen Weg, der den Rücken hinabführte.

So konnte ich mit meinem Hinkefuß doch noch mithalten und die Posten acht und neun stempelte ich knapp hinter Karel. Zu Posten zehn hielt ich mich eher im Hintergrund und siehe da, Karel lief plötzlich rechts den Hang hinunter. Das war meine Chance: schnell den Posten stempeln und humpelnd den Berg runter. Als ich mich auf der Wiese öfters umdrehte und Karel nicht auftauchte, wusste ich, dass ich einen kleinen Vorsprung herausgeholt hatte (laut Zwischenzeiten hatte Karel einen Fehler von 1:30 gemacht, das wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht).

Jetzt hieß es konzentriert weiterlaufen und den Schmerz unterdrücken. Zwar fand ich die nächsten Posten ohne Probleme, doch leider konnte ich das Tempo nicht hoch genug halten. Und so kam es, dass Karel mich kurz nach Posten 15 wieder eingeholt hatte.

Zu 17 hatte ich schon ordentlich zu kämpfen und bis zum 19er konnte ich sogar noch vorne bleiben, doch am Weg zu Posten 20 musste ich bei der Getränkestation meinen Durst stillen und vor allem meinen Fuß kühlen – es war also gelaufen. Dieser Zwischenstopp dauerte länger als erwartet und so verlor ich auf dieser Teilstrecke fast drei Minuten.

Ich lief den Rest dann aber auch noch fertig, nur zu Posten 23 musste ich nochmals im Bach und später im Sumpf zwei Stopps einlegen, die erneut drei Minuten kosteten. Der Zieleinlauf war dann eher ein Zieleinmarsch, aber das war bereits egal.

Wie erwartet war Karel bereits im Ziel, ich konnte jedoch meinen fünften Gesamtrang noch verteidigen – ein kleiner Trost.

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Zwischenzeiten
Gesamtergebnis

Zwei Tage später sind die Schmerzen großteils abgeklungen, aber ein leichtes Lauftraining steht erst bevor. Ob die Bänder bis zum Wochenende wieder belastbar sein werden? Wir werden sehen.

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