Markus Plohn

Lipica Open

Foto: www.kleinezeitung.at

Die neue Wettkampfsaison eröffnete ich dieses Jahr wiedermal mit dem Lipica Open, einem 2-Tage-OL in der Nähe von Lipica, Slowenien. Bekannt ist das dortige Gebiet durch seine unzähligen Dolinen und Steinmauern.

1. Tag: Mitteldistanz

Die erste Etappe fand auf einer für mich neuen Karte statt, die mehr Höhenmeter und dafür weniger Dolinen als sonst bot. Die Belaufbarkeit wurde durch viele große Steinblockfelder deutlich erschwert.

Der Start gelang mir sehr gut, zum ersten Posten nahm ich etwas das Tempo heraus um einerseits in die Karte zu finden und andererseits mir kein Bein zu brechen. Zum zweiten Posten hieß es dann schon Downhill vom feinsten.

Doch dann begannen sich bereits die ersten Fehler einzuschleichen: Zum 3er etwas zu hoch in der kleinen Senke (20 Sekunden Zeitverlust) und zum 4er zu tief (erneut 20 Sekunden, trotzdem Bestzeit).

Zu fünf und sechs spürte ich die noch nicht vorhandenen Intervalltrainings, hier verlor ich insgesamt sage und schreibe eine Minute, obwohl ich die Posten auf Anhieb fand.

Bis Posten zehn lief es dann wieder besser, leider folgte dann aber mein größter Fehler des Tages. Bis kurz vorm Posten lief zum 11er alles nach Plan, doch leider übersah ich den Schirm und rannte etwas zu weit. Abgelenkt durch andere Läufer und durch falsche Geländeinterpretation drehte ich dann noch eine Schleife ehe ich den Posten schließlich fand, eineinhalb Minuten waren dahin.

Während 12 und 13 ohne Probleme verliefen, baute ich bei 14 erneut eine 30-sekündige Schleife ein, da ich wiedermal zu weit lief. Die Freude über die Bestzeit zu Posten 15 währte nicht lange, schließlich folgte zu 16 der nächste Fehler. Hier interpretierte ich die Mauern falsch und lief dann am Weg auch noch 90 Grad in die falsche Richtung. Erst kurz vorm letzten Posten bemerkte ich, dass da etwas nicht stimmte und drehte um. Bis ich dann endlich am richtigen Weg war, hatte ich schon eine knappe Minute ausgefasst. Leider schlich sich zum vorletzten Posten auch noch eine kleine Ungenauigkeit ein, die ca. 15 Sekunden kostete.

Summa summarum ein sehr durchwachsener Lauf. Von 18 Posten machte ich bei einem Drittel Fehler, die mich insgesamt knappe vier Minuten kosteten. Da ich einen Rückstand von 3:17 aufriss, wäre der Sieg wirklich nur mit einem optimalen Lauf möglich gewesen. Mit dem zweiten Platz konnte ich aber zufrieden sein.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisse, Zwischenzeiten und Splitsbrowser

2. Tag: Langdistanz

Dass ich die drei Minuten auf den Führenden nicht aufholen würde, war mir fast klar, somit versuchte ich zumindest den zweiten Platz zu halten. Diesmal wurde eine altbekannte Karte verwendet und so wusste ich, dass genaue Kompassarbeit und hohes Tempo gefragt waren.

Die ersten Sekunden verlor ich diesmal schon am Start beim Einfolieren der Karte, dann konnte ich mich für keine Route entscheiden und schließlich machte ich einen Richtungsfehler auf 3/4 der Strecke und noch dazu einen klassischen Postenraumfehler – der erste Posten lief also eher suboptimal, ein Wunder, dass ich hier nur 1:45 ausfasste.

Zum 2er verlor ich erneut eine halbe Minute, da die Ablaufrichtung vom 1er nicht passte und ich im Postenraum kurz stehenblieb. Zu Posten drei ließ ich mich von zwei Eliteläufern ablenken und folgte ihnen zu ihrem Posten in die für mich falsche Doline – 30 Sekunden weg.

So hatte ich bis zum dritten Posten bereits 2:45 auf mein Fehlerkonto gebucht – naja. Zum Glück erwischte ich den Rest auf Anhieb, allerdings wählte ich nicht immer die optimale Route:

  • Zum 4er wäre die südlichere Route deutlich schneller gewesen. Also vom 3er Richtung Westen zur Wiese, dann parallel zur Postenverbindungslinie zur nächsten Wiese und schließlich über den großen Weg Richtung Norden zur Forststraße.
  • Die Route zum 7er wäre gar nicht so schlecht gewesen, hätte es den kleinen Pfad nach der Forststraße gegeben. Leider war dieser eben nicht vorhanden (nichtmal eine Spur sichtbar) und so musste ich mich mehrere hundert Meter durch’s Dickicht und über steinigen Boden kämpfen.
  • Posten sechs und acht wären direkter gegangen.

Dass ich schlussendlich nur knappe fünf Minuten verlor wunderte mich etwas, aber die anderen machten eben auch Fehler. Und so genügte der dritte Platz zur Verteidigung des zweiten Rangs in der Gesamtwertung.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisse, Zwischenzeiten und Splitsbrowser
Gesamtergebnis

Dies war bereits meine sechste Teilnahme am Lipica Open, hier meine Ergebnisse der letzten Jahre (in Klammer die Kategorie und die Platzierungen bei den einzelnen Etappen):

2001: 3. (M20, 5. und 3.)
2004: 1. (M21A, 7. und 1.)
2005: 5. (M21A, 10. und 5.)
2006: 2. (M21A, 3. und 2.)
2007: 2. (M21A, zweimal 2.)
2011: 2. (M21A, 2. und 3.)

Der Grundspeed war also in Ordnung, allerdings fehlte der Biss. Ich hoffe, dass dieser in den nächsten Wochen noch kommt. Schließlich ist es nicht mehr lang bis zur ersten Niederösterreichischen Meisterschaft.

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