Markus Plohn

Zurück aus dem Winterschlaf

Nach einer zweiwöchigen Übergangsphase ohne jegliches Training Ende November ließ ich es im Dezember, vor allem rund um die Weihnachtsfeiertage, eher ruhig angehen. Doch mittlerweile stehe ich wieder voll im Training und die Kilometer purzeln dahin.

Zu Silvester ließ ich es mir nicht nehmen an einem klassischen Silvesterlauf teilzunehmen. Nun, eigentlich waren es sogar zwei. Am Vormittag startete ich beim Piestinger Silvesterlauf, einer eher kleineren Veranstaltung in der größten Gemeinde des Biedermeiertals. Es galt eine Runde über 3000m (laut meinem GPS 2820m) zu laufen, Start und Ziel befanden sich direkt beim Rathaus.

Der Startpunkt war mit „nach dem Kinderlauf“ nicht so genau definiert und so kam es, dass ich beim Startsignal noch mit Ausziehen von Überhose und -jacke beschäftigt war und mich nicht wirklich an der Startlinie befand. Schnell die Jacke ausgezogen, für die Hose blieb keine Zeit mehr. Ich startete also mit einem kleinen Abstand hinter den anderen, mit der GPS-Uhr in der Hand und Handy, Geldbörse und Schlüssel in der Überhose, die ich mir auf den ersten Metern auch noch zumachen musste, damit sie nicht runterrutschte.

So begann ich die Aufholjagd und bald schon fand ich mich an 5. Stelle wieder. Der Zug für die Podestplätze war aber bereits abgefahren, also versuchte ich mich zumindest noch auf Rang vier vorzukämpfen. Ungefähr einen Kilometer vor dem Ziel hatte ich dies auch geschafft, doch dann kam ich auf eine Kreuzung und wusste nicht mehr weiter, denn die Strecke war nicht markiert. So blieb ich erstmal stehen und suchte nach den Vordermännern, aber keine Spur. Da hörte ich es von hinten: „Links runter!“ – ich war gerettet und erwiderte mit einem kurzen „Danke!“.

Bis ins Ziel ließ ich nichts mehr anbrennen und so lief ich mit einer Zeit von 10:43 (selbst gestoppt, die offizielle Zeit weiß ich leider nicht) als 4. ins Ziel. Leider konnte ich zur Siegerehrung nicht bleiben, da ich mich bereits für den zweiten Lauf vorbereiten musste, somit musste ich Sektflasche und Krapfen zurücklassen.

Eine Himbeer-Vanille-Tasche, ein Joghurt und knappe 2,5 Stunden später stand ich bereits mit Flo und Michi an der Startlinie des Zillingdorfer Silvesterlaufs. Dieser ging über eine Distanz von fünf Kilometern, die auf einer 1-km Runde zu absolvieren waren. Diesmal pünktlich am Start und ohne Überhose bzw. Handy, Geldbörse und Schlüssel in den Hosentaschen, ging ich es beflügelt vom großen Teilnehmerfeld rasant an.

Als Ziel hatte ich mir 18:00 gesetzt, also genau 3:36 pro Kilometer bzw. Runde. Die erste Runde lief ich jedoch in 3:24 – viel zu schnell. Folglich wurde ich in jeder Runde etwas langsamer: 3:38, 3:45 und 3:49. In der letzten Runde bekam ich plötzlich Flügel und lief diese noch in 3:23, was in einer Endzeit von 18:01 resultierte – perfekt! Flo war nur einen Tick, nämlich 8 Sekunden, schneller, knapp hinter mir kam auch schon Michi in 18:05 ins Ziel (ich konnte ihn gerade noch auf der letzten Geraden überholen).

Zwei Straßenläufe an einem Tag? Kein Problem. Den ersten Lauf spürte ich am Nachmittag weniger als die zwei Stunden langlaufen am Vortag.

Ergebnis Zillingdorfer Silvesterlauf

Vom Ehrgeiz gepackt stand ich nur 6 Tage später bereits am Start des nächsten 5ers: dem Dreikönigslauf in Pöttsching. Hier waren wie in Zillingdorf fünf Runden zu absolvieren, jedoch gab es in jeder Runde ein paar Höhenmeter zu überwinden.

Ich wollte trotz Höhenmeter wieder die 18:00 angehen, also 3:36 pro Runde. In der ersten Runde sah es noch gut aus, 3:38, allerdings war mir bewusst, dass die erste Runde immer einfacher war. Die nächsten Runden wurde ich etwas langsamer: 3:41, 3:40 und 3:38. Leider konnte ich diesmal auf der letzten Runde nicht so extrem zusetzen und lief diese nur in 3:35. Auf der einen Seite hab ich zwar die 18:00 verfehlt, auf der anderen Seite lief ich ein konstantes Rennen mit nur sechs Sekunden Differenz zwischen der schnellsten und der langsamsten Runde.

Für einen Pokal in der M20 hat es auf jeden Fall wieder gereicht: 2. Platz.

Ergebnis Dreikönigslauf Pöttsching

Meine neue OL-Saison eröffnete ich mit dem 1. Lauf zum Wiener Linien Wintersprintcup in der Direktion der Wiener Linien. Dabei handelte es sich um einen Sprint-OL auf einer Karte im Maßstab 1:500 mit zwei Sonderaufgaben – eine davon wurde mir leider zum Verhängnis.

Nämlich die erste: am Weg zum zweiten Posten überriss ich nicht, dass der untere Teil der Karte den 1. Stock des gleichen Gebäudes darstellte (zwar hatte ich die Läuferinfo gelesen, allerdings nicht die Musterkarte studiert) und so versuchte ich zum südlichen Gebäude zu gelangen. Dort stand ich nun vor einem Wohnhaus, kein Eingang, daneben eine Baustelle, bis ich irgendwann „1. Stock“ auf der Karte las und mir auf den Kopf griff. Bei der richtigen Stiege dann angekommen hatte ich weiterhin Mühe den Posten zu finden – denn da war keiner, weder im Erdgeschoss noch im 1. Stock. Also beschloss ich die Treppen im Innenhof zu nehmen und siehe da, plötzlich war der Posten da. Was ich vorher nicht schnallte: ich suchte im ersten Halbstock…

So verlor ich auf die Zwischenbestzeit exakt zwei Minuten, bei einer Gesamtlaufzeit von weniger als zehn Minuten natürlich fatal. Bei den Posten sechs (falsche Treppe hinaufgelaufen und daher zuviel Umweg) und acht (wieder im ersten Halbstock gestanden) verlor ich weiter Zeit. Wenigstens am Schluss bei der zweiten Sonderaufgabe, einem Minilabyrinth, konnte ich auftrumphen: hier holte ich mir vier von sieben Zwischenbestzeiten.

Kein grandioser Einstieg in die neue Saison. Ich hoffe nur, dass die Bahnen bei den wichtigen Läufen nicht so kompliziert werden.

Karte Teil 1
Karte Teil 2 (Labyrinth)
Ergebnis

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3 KommentareKommentar schreiben

  • gratuliere zum erfolgreichen trainingsstart. freue mich schon auf spannende duelle 2011!
    pöttsching-pb steht aktuell bei 16:06 (2007) – vielleicht 2012 ein direktes duell?!

    • 16:06 ist eher utopisch für mich, aber eine 16er-zeit möcht ich heuer schon noch irgendwo laufen, auch wenn’s nur 16:59 is. wenn sich’s nächstes jahr ausgeht, bin ich auf jeden fall dabei – dann sogar in deiner klasse…