Markus Plohn

Staffelentscheidung in Wöllersdorf

Die Aufstellung für die Niederösterreichische Staffelmeisterschaft wurde nach einem ausgeklügelten System erstellt – im Prinzip wurde gelost. Mein Losglück brachte mich mit Adi Zemann und Raphael Krapesch zusammen und das Ziel konnte nur heißen: Medaille. Mir war klar, dass ich bei der Entscheidung nicht mitmischen konnte, da die anderen Schlussläufer deutlich stärker waren, also mussten meine Teammitglieder eine gute Ausgangslage schaffen.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisse

Und das taten sie. Adi übergab an fünfter Stelle an Raphael, der auf der zweiten Strecke eine tolle Bestzeit hinlegte und uns auf den dritten Platz vorschob, nur 4’03 hinter den Führenden bzw. 1’33 hinter Silber. Ich ging also hinter Martin Brantner und Roland Fesselhofer ins Rennen, dicht gefolgt von Stephan Seeböck (4’16) und Pierre Kaltenbacher (10’30). Meine Aufgabe war also die Bronzemedaille zu halten.

Der erste Posten war supereinfach, ich dachte schon ich hätte die Herren – 12 – Bahn erwischt. Der Posten lag nämlich direkt neben dem Weg und war auch über einen solchen zu erreichen. Zu Posten zwei lief ich ein Stück zu weit, fing mich aber gleich bei der Trockenrinne auf und fand den Posten dann auf Anhieb. Etwas weiter entfernt sah ich einen Läufer vor mir, war das bereits Roland?

Zu Posten 3 gab es keine Alternativen, wieder viel Weg und dann neben der Felswand abseilen. Zu Posten 4 stapfte ich erstmal den Hang hinauf, plötzlich hörte ich hinter mir einen Läufer – es war Roland! Ich lag also bereits an zweiter Stelle, aber es lag noch viel harte Arbeit vor mir.

Roland wählte eine andere Route auf die Forststraße hinauf, ich nahm den schmalen Druchgang zwischen Zaun und Felsen und dann den kleinen Weg. Kurz bevor ich an der Forststraße ankam, lief Roland vor mir vorbei – gut, nichts verloren. Nach wenigen Metern auf der Straße schnitt ich das Eck ab und war wieder vorn. Nun kam die Frage auf: war der nächste Posten gegabelt? Um mich nicht irritieren zu lassen lief ich voraus und orientierte selbst.

Es stellte sich heraus, dass wir Posten 4 und 5 gleich hatten. Da der Postenständer bei Posten 5 umgefallen war und ich daran vorbeilief, stempelte Roland vor mir und lief Richtung Norden vom Posten weg. Der nächste Posten war anscheinend gegabelt – leider. Denn ausgerechnet hier machte ich einen Riesenfehler.

Posten 6: 2’45 Fehler

Bis zur Hälfte lief ich noch richtig, vielleicht hätte ich gleich etwas mehr steigen sollen, aber die Futterkrippe war ein sicherer Ablaufpunkt. Spätestens dort hätte ich aber mehr steigen müssen, ich lief aber viel zu flach und bald sah ich Roland weiter unten laufen. Ich hatte ihn also noch nicht verloren und lief weiter. Weiter. Weiter. Viel zu weit. Schön langsam dämmerte es mir, und als ich vor mir einen bekannten Weg erkannte, ging mir das Licht ganz auf. Also zurück und hinauf – Posten gleich gefunden, aber Silber war Geschichte. Jetzt ging es nur noch darum sich von Stephan und Pierre nicht mehr einholen zu lassen.

Posten 7: 1’30 Fehler

Aber auch das gestaltete sich schwieriger als geplant. Denn ich lief von Posten 6 den kleinen Weg zurück und dann, ohne die Richtung zu korrigieren, geradeaus weiter. Deutlich schneller wäre es gewesen gleich auf den Weg hinaufzustechen und diesen bis zum Posten zu laufen. Stattdessen geriet ich immer weiter hinunter und sah Roland wieder vor mir. Erst dachte ich, ich wäre noch voll dabei, aber als ich in den Hang kam und die Steine vor mir sah, war mir sofort klar, dass dem nicht so war.

Wenigstens fand ich den Posten dann auf Anhieb, doch der nächste Schreck ließ nicht lange auf sich warten: als ich ungefähr 200 Meter von Posten 7 weggelaufen war, kam mir Stephan entgegen. Ich rechnete kurz nach: mehr als eine Minute hatte ich wohl nicht mehr Vorsprung. Jetzt hieß es also kämpfen und sauber laufen!

Posten 8 lief ich also über den Weg, ich denke aber, dass die direkte Route schneller da steigungsparender gewesen wäre. Noch dazu zögerte ich im Postenraum und verlor weitere wertvolle Sekunden. Zu meinem Glück machte Stephan im Postenraum bei Posten 7 ebenfalls einen Fehler und so hatte ich viel mehr Vorsprung als gedacht, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Also kämpfte ich mich den Hang Richtung Zuschauerposten hinauf und weiter. Kurz vorm Posten ein kleiner Haken und dann lief ich auch noch am Weg zu Posten 10 vorbei – der Vorsprung schmolz dahin. Zur Sicherheit lief ich den Weg komplett aus um eine weitere Suchaktion zu vermeiden.

Zwei Posten noch, kein Stephan zu sehen oder zu hören. Also lief ich auch Posten 11 sicher an und zum letzten Posten wählte ich ebenfalls den Weg. Zur Sicherheit noch einmal umdrehen im Zieleinlauf – noch immer kein Stephan – die Bronzemedaille war gesichert.

Es war also ein sehr durchwachsener Lauf mit zwei großen Fehlern direkt hintereinander. Trotzdem konnte ich Platz drei halten und uns die erhoffte Medaille heimbringen. Ein Danke an meine Teamkameraden Adi und Raphael!

Der Sieg ging übrigens an das hoch favorisierte Team bestehend aus Michi Auer, Jakob Pauser und Martin Brantner gefolgt von Emanuel Braun, Jörg Schaumann und Roland Fesselhofer. Gratulation!

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