Markus Plohn

Failure is not an option

Versagen sollte eigentlich keine Option sein, am Mittwoch beim NOLV Cup war es aber leider Realität. So viele Fehler in einem Lauf hatte ich schon länger nicht mehr zusammengebracht. „Viel Bodenbewuchs und Kompasslaufen“, meinte Flo noch als ich zur Anmeldung ging. Hätte ich mir das besser zu Herzen genommen. Hier die Details:

Posten 1
Vom Start gleich zurück auf die Forststraße und erstmal Tempo machen. Ein kurzer Abschneider über die Wiese (wäre wahrscheinlich gar nicht notwendig gewesen) und weiter am Weg. Ich sehe links Posten 14 und denke mir „Gut, den kenn‘ ich jetzt schon, der macht keine Probleme“. Tja, falsch gedacht! Aber später mehr dazu. Zum Einser gibt es am Weg keinen guten Ablaufpunkt, ich laufe nach Gefühl, orientiere mich an den auf der Straße fahrenden Autos (ja, auch eine Möglichkeit), reduziere das Tempo und halte die Augen offen. Und da leuchtet der Schirm auch schon. Bestzeit! Fing ja gar nicht mal so schlecht an – aber es sollte noch anders kommen.

Posten 2
„Höhe laufen und Richtung halten, am Gegenhang Rinne/Schneise hinauf“. Guter Plan – katastrophale Ausführung. Statt Höhe laufe ich bergab und komme schließlich bei Posten 13 heraus. Ich möchte stempeln – falsche Nummer! Da ich in unmittelbarer Nähe von Posten 2 keinen anderen eingezeichnet habe, komme ich nicht mal auf die Idee auf der Postenbeschreibung nachzusehen, ob das einer meiner nächsten Posten ist. Das hätte mir viel Zeit erspart. Stattdessen laufe ich zögerlich am Hang entlang und fange mich schließlich bei den beiden besonderen Objekten auf. Von dort geht’s direkt zum Posten. Zeitverlust: 1’30“.

Posten 3
Über die Wiese und am Weg, der Posten leuchtet schon von Weitem. Kein Problem.

Posten 4
Grenzstein im Bodenbewuchs und Dickicht – super! Also langsames Richtungslaufen. Den Posten sehe ich, von einem Dickicht keine Spur.

Posten 5
Auf der Karte betrachtet eigentlich sehr einfach. Über die Wiese, am Weg und nach dem Dickicht rechts rein. Teil eins und zwei klappen sehr gut, nach dem Dickicht rechts rein will nicht so ganz. Ich laufe zwar nach einem Dickicht rechts rein, aber es ist viel zu früh. Also stehen bleiben, Karte lesen, rauf, rüber, runter, zurück, da ist er. Zeitverlust: 1’15“.

Posten 6
Gelingt mir überraschender Weise sehr gut, obwohl die Dickichte überhaupt nicht auszumachen sind. Bestzeit!

Posten 7
Wieder so ein Grenzstein im Dickicht, und wieder erwische ich ihn halbwegs gut (obwohl mir der Abstand zum Hochstand sehr weit vorkommt). Nochmal Bestzeit!

Posten 8
Nach zwei Bestzeiten ist wiedermal Zeit für einen Fehler – diesmal nur für einen kleinen. Ich entscheide mich für die direkte Route durch’s Dickicht. Gute Wahl, denn viel Dickicht ist da nicht. Kurz vorm Posten biege ich aber nach rechts ab, bemerke dies jedoch gleich und halte die Fehlerzeit so in Grenzen. Zeitverlust: 30″.

Posten 9
Statt auf den Weg laufe ich auf die Schneise und gebe Gas. Glücklicherweise werfe ich einen Blick auf den Kompass und bemerke die falsche Richtung. Nach einem kurzen Steher überreiße ich, dass ich auf der Schneise bin und quere durch das Dickicht auf den richtigen Weg. Dann sehr zaghaft bergab zum Posten, die Dichickte sind wieder sehr schwer auszumachen und irgendwann blitzt der Posten vor mir auf. Zeitverlust: 1′.

Posten 10
Durch das Dickicht (das es nicht gibt) mit Kompass hinauf zum Posten. Nur ein kleiner Schwenk, nicht tragisch.

Posten 11
Wieder Dickicht und Kompass. Gelingt mir diesmal zwar nicht so gut, für die Bestzeit reicht es trotzdem. Man erkennt zwar wieder schwer, wo ein Dickicht aufhört und das andere beginnt, aber wenigstens ist der Hochstand gut zu sehen.

Posten 12
Jetzt passiert mir die gleich Tragik wie zu Posten 2. Statt Höhe laufe ich wieder bergab (auf der gleichen Schneise, die ich aber während dem Laufen nicht erkenne) und komme viel zu tief in den Gräben heraus. Also alles wieder hinauf. Zeitverlust: 30″.

Posten 13
Bei Posten 12 habe ich fast Jörg eingeholt. Zu Posten 13 also Tempo machen und Richtung kontrollieren. Plötzlich wird mir bewusst, dass das der Posten ist, bei dem ich am Weg zum Zweier stehen geblieben bin und kann zielstrebig hinlaufen, wieder Bestzeit!

Posten 14
Zuerst plane ich am Weg links herum zu laufen. Eigentlich gibt es ja auch keine andere Möglichkeit. Doch dann läuft Jörg links und ich versuche zum Vergleich die Route quer durch. Schlechte Idee! Am Anfang geht es noch sehr gut dahin, über den ersten Weg, passt, über den zweiten Weg (nicht eingezeichnet!), passt und jetzt im Graben die Rinne. Komisch, vorhin hat der Wald viel offener ausgesehen, als ich am Weg zum Einser vorbeigelaufen bin. Ich drehe mich immer mehr ein und lande schließlich wieder am großen Weg. Ein Blick am Kompass: oh no! Also doch am Weg und zum Posten. Dieser Ausflug ins Grüne (wobei hier das Grüne keine schöne Wiesenlandschaft sondern (ja, diesmal wirklich) Dickicht ist) hat mich schlussendlich 2’30“ gekostet.

Posten 15
Der Posten ist nicht so schwierig, ich lauf nur etwas Zickzack und verliere dadurch 20″.

Posten 16
Auf den Weg und dann Richtung halten. Ich laufe bewusst rechts von der Rinne, denn der Hochstand ist nördlich der Rinne eingezeichnet. Und wie könnte es anders kommen: der Hochstand steht natürlich südlich. Halb so schlimm.

Posten 17
Eine nicht eingezeichnete Schneise bietet sich an, dadurch komme ich aber zu weit rechts heraus. Auch schon egal. Über das Feld gibt es einen breiten Weg, dann hält sich zumindest hier der Zeitverlust in Grenzen, da ich dann nicht komplett um das Feld herumlaufen muss. Trotzdem 30″ verloren.

Posten 18
Einfach auf das Waldeck hinauszielen und ab ins Ziel.

Macht summa summarum sage und schreibe 8’05“ (in Worten: acht Minuten und fünf Sekunden) Fehlerzeit, das stimmt so richtig gut auf die kommenden Läufe ein…

Karte mit Bahn und (mieser) Route
Ergebnisse, Zwischenzeiten, Splitalyzer

Am Donnerstag stand beim Vereinstraining in Vorbereitung auf die Niederösterreichische Sprintmeisterschaft ein Sprint im Stadtpark Wiener Neustadt am Programm. Diese Karte ist etwas Besonderes, denn es gibt immer genügend Zuseher, die sich wahrscheinlich denken, warum die Hansln da kreuz und quer durch den Park hirschen. Als Posten dienten von Bränsch aufgeklebte alte Score-OL Karten, auch eine Variante.

Zuerst liefen wir in einer Einerstaffel drei ziemlich ähnliche Strecken und abschließend noch Strecke C verkehrt mit Massenstart. Es machte richtig Freude so schnell durch den Park zu laufen, ein wahrer Genuss nach der Misere am Tag davor. Einzig bei Posten 7 auf der Strecke B lief ich zuerst zum falschen Denkmal, da ich das richtige zwei Meter vor mir nicht sah. Da hätte ich mir schon fast meine Führung verhaut…

Karte Schleife A
Karte Schleife B
Karte Schleife C
Karte Schleife C verkehrt

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