Markus Plohn

SPORTident WBOX GSM & BSF8-SRR, ein erster Funkpostenversuch; Teil 2/3

Indoor-Test

Wir beginnen mit der WBOX GSM Upload. Unsere Überlegung: die Box muss auf die korrekte Nummer programmiert werden, damit sie die Stempelungen der SI-Station BSF8-SRR erkennt. Wir schließen also die Box mit dem USB-Kabel am Computer an – Lampe 1 leuchtet rot, die Box wird aufgeladen, aber nicht von Windows erkannt. Wir stehen an, also kontaktieren wir Eugen Kainrath vom HSV Pinkafeld, der am vergangenen Wochenende die Geräte im Einsatz hatte. Er gibt uns folgende Hinweise (danke nochmal!):

  • Die WBOX GSM Upload muss nicht programmiert werden. Sie erkennt automatisch die Stempelungen der SI-Stationen.
  • Die BSF8-SRR müssen wie gewöhnlich auf Posten programmiert werden, allerdings mit den beiden folgenden Optionen: Autosend und Erweitertes Protokoll.
  • Die WBOX GSM Download muss ebenfalls nicht programmiert werden. Sie überträgt die Stempelungen vom SPORTident-Server in die Auswerte-Software. Sie muss also an den Computer angeschlossen und wie eine SI-Station verwendet werden. Verbunden wird sie zuerst mit der Couple Box und anschließend mit dem seriellen Kabel (RS-232) mit dem Computer. Optional kann zusätzlich der RS-232 – USB – Adapter verwendet werden. Wichtig ist, dass bei der Schnittstelleneinstellung die Baudrate 38400 ausgewählt wird.

Gut, wir programmieren also zuerst die beiden SI-Stationen BSF8-SRR. Wir schließen wie gewohnt unsere USB-Auslesestation an, doch siehe da, der Treiber kann nicht korrekt installiert werden. Nach längerem Probieren installieren wir den älteren USB-Treiber (V3) und die Auslesestation wird wieder erkannt und kann verwendet werden. Den neueren V5-Treiber entfernen wir wieder. Den V3-Treiber fanden wir hier:

Treiber für SPORTident USB-Station (Windows 2000, XP 32bit), englisch

Wir können nun die BSF8-SRR mit SI-Config programmieren, vergessen dabei nicht auf Autosend und Erweitertes Protokoll (diese Optionen sind nur verfügbar, wenn im Menü unter Ansicht die „Experten Ansicht“ ausgewählt ist).

SI-Config Autosend und Erweitertes Protokoll

Die SI-Stationen sind also programmiert, jetzt widmen wir uns der WBOX GSM Download. Wir schließen also das Gerät mit der Couple Box, dem seriellen Kabel und dem RS-232 – USB – Adapter (unser Laptop hat keinen seriellen Anschluss) am Computer an. Das Gerät wird erkannt und ein SPORTident-Treiber installiert. Anschließend starten wir SI-Config um zu überprüfen, ob wir das Gerät verwenden können. Ergebnis: leider nein. Ein Blick in den Gerätemanager zeigt uns sofort, dass zwar das Gerät erkannt, der Treiber aber nicht richtig installiert wurde. Wir aktualisieren den Treiber manuell: der V3-Treiber funktioniert nicht, also installieren wir wieder (zusätzlich) den V5-Treiber und verwenden diesen. Jetzt klappt alles wie gewollt.

Die Geräte sind nun vorbereitet und wir schalten die WBOX GSM Download und die WBOX GSM Upload ein. Die Geräte booten wie in der aufgedruckten Kurzanleitung beschrieben (Lampe 3 leuchtet grün – Gerät startet; Lampe 2 blinkt rot – GSM-Empfang wird gesucht; Lampe 3 blinkt grün – GSM-Empfang vorhanden, Gerät bereit). Bei der WBOX GSM Download dauert der Vorgang in etwa zwei Minuten, es wird also schnell Empfang gefunden (Stadtzentrum Wiener Neustadt). Nur die WBOX GSM Upload will nicht so richtig, wir warten und warten, schalten sie aus und wieder ein, dann hat auch diese Empfang. Wir probieren alles gleich nochmal (beide ausschalten und einschalten) und bald merken wir, dass man die WBOX GSM Upload erst einschalten sollte, wenn die WBOX GSM Download Empfang hat, also Lampe 3 grün leuchtet.

Die Hardware funktioniert nun also. Soweit so gut. Jetzt geht es an die Software. Da wir die Funkposten sowohl bei einem Einzellauf, als auch bei einer Staffel verwenden werden, führen wir Tests mit OE2003 (Version 10.3) und OS2003 (Version 10.3) durch, beginnend mit OE.

Wir schnappen uns einen alten Wettkampf, fügen die Nummern der beiden SI-Stationen BSF8-SRR ins Postennetz hinzu und anschließend in eine Bahn ein, ersetzen die SI-Nummern von vier vorhandenen Meldungen durch die Nummern unserer Test-SI-Chips und starten den OESpeaker (Version 10.3). Dort geben wir im Menü „Wettkampf“ unter „Funkposten“ die beiden Nummern der SI-Stationen ein und starten anschließend im Menü „Aufzeichnung>Online“ den Server und danach den Client (unser Laptop dient uns also sowohl als Server als auch als Client, bei „Name des Servers“ im Client-Fenster geben wir „localhost“ ein). Damit ist die Aufzeichnung gestartet, wir öffnen also zusätzlich auch noch die „Speaker Unterstützung“ im Menü „Sprecher“, wählen die richtige Kategorie aus und fügen die Funkposten (Menü „Zwischenzeiten“) hinzu.

Jetzt der eigentliche Test: wir stempeln mit einem der eingetragenen SI-Chips und siehe da: die WBOX GSM Upload blinkt 3 bis 4 Mal rot und grün (anscheinend Übertragung der Daten an den SPORTident-Server) und kurz darauf haben wir unseren Stempel sowohl im Aufzeichnungs-Server und im Client, als auch in der Speaker Unterstützung. Die berechneten Zwischenzeiten sind natürlich sinnlos, da wir ja einen alten Wettkampf verwenden und dadurch Start- und Zwischenzeiten überhaupt nicht zusammenpassen, aber das soll uns nicht weiter stören. Wir probieren alle vier Test-SI-Chips auf beiden BSF8-SRR durch, die Übertragung dauert jeweils in etwa eine bis fünf Sekunden.

Anschließend probieren wir das Ganze mit der Staffel-Software aus (OS2003 und OSSpeaker Version 10.3), also Posten definieren, Bahnen und Meldungen bearbeiten, Funkposten festlegen. Wie erwartet funktionieren auch hier die Zwischenzeiten.

Nebenbei kontrollieren wir noch auf der Website SPORTident events online services die Übertragung unserer Online-Stempel, es scheint alles zu passen

Bevor wir uns nun in den Wald begeben, testen wir noch die Empfangsstärke zwischen BSF8-SRR und WBOX GSM Upload und kommen zu dem Ergebnis, dass die beiden Geräte „Sichtkontakt“ haben und maximal 5 Meter voneinander entfernt sein sollten (laut Spezifikation beträgt die Reichweite 10 Meter; natürlich abhängig von äußeren Einflüssen).

Und jetzt auf in den Wald!

Feldtest

Wir packen alles zusammen (2x BSF8-SRR, 2x WBOX GSM, Couple Box, 4 Test-SI-Chips, Laptop, Handys (!)), Wir fahren ins Wettkampfgelände in die Nähe der Postenstandorte und parken uns am Waldrand auf einer Anhöhe ein. Beim Auto schalten wir beide WBOX GSM nacheinander ein, zuerst Download, dann Upload sobald Download Empfang hat. Nach jeweils zwei Minuten haben beide Geräte Empfang, es kann losgehen.

Wetter: leichter Regen.

Während ich mit der WBOX GSM DOwnload, der Couple Box und dem Laptop im Auto bleibe, begibt sich Bernhard mit den BSF8-SRR und der WBOX GSM Upload zum ersten Postenstandort (wir halten mit unseren Handys Kontakt). Dieser befindet sich zwar ein paar Höhenmeter weiter oben, allerdings mitten im dichten Wald. Dann leider die Ernüchterung: beim Postenstandort angekommen verliert die WBOX GSM Upload den Empfang und Lampe 2 fängt an rot zu blinken (Handyempfang ist gut). Wir warten ein wenig, schalten beide Geräte aus und wieder ein, warten wieder, es geschieht nichts – kein Empfang. Nach guten 20 Minuten geben wir auf. Diesen Postenstandort können wir vergessen.

WBOX GSM Test Standort 1

WBOX GSM Test Standort 1

Bernhard stapft also zum zweiten Postenstandort. Wir schalten wieder beide Geräte aus und ein, warten wieder. Nach gut zwei Minuten haben beide Geräte Empfang, wir können die Übertragung testen. Bernhard stempelt, nach etwa fünf Sekunden erscheint bei mir am Laptop die Zwischenzeit – Test erfolgreich. Wir probieren wieder alle SI-Chips durch, scheint also mit leichter Verzögerung zu funktionieren. Postenstandort zwei können wir somit verwenden.

WBOX GSM Test Standort 2

WBOX GSM Test Standort 2

Nachdem der erste Postenstandort nicht funktioniert hat, müssen wir noch einen weiteren testen. Zu unserem Glück haben wir drei weitere Alternativen. Bernhard geht also weiter. Beim nächsten Standort angekommen wieder die gewohnte Prozedur: beide WBOX GSM ausschalten, nacheinander einschalten. Die Download-Station benötigt wieder in etwa zwei Minuten, die Upload-Station, nach etwas Bangen, knappe drei Minuten. Wir testen alle SI-Chips, doch es kommt nichts am Laptop an. Bernhard meint, sie werden gesendet, da die WBOX GSM Upload grün und rot blinkt. Wir stempeln noch ein paar Mal und plötzlich, nach ca. drei Minuten, erscheinen alle Stempel im Zwischenzeitenfenster. Anhand der Zeitstempel sehen wir, dass die Übertragung 5 Sekunden bis drei Minuten gedauert hat, nicht gerade optimal, aber immerhin. Außerdem wissen wir nicht, ob alle Stempelungen übertragen wurden oder ob etwas verloren ging. Aber gut, wir nehmen es einmal so hin und notieren Postenstandort drei.

WBOX GSM Test Standort 3

WBOX GSM Test Standort 3

Wir haben nun zwei geeignete Postenstandorte gefunden. Natürlich wollen wir auch den Empfang im Zielgebiet testen (breiter Graben mit schlechtem GSM-Empfang). Wir fahren also dorthin und starten WBOX GSM Download und Upload. Die Download-Station hat wieder schnell Empfang (<1 Minute), bei der Upload-Station dauert es wie gewohnt ein bisschen länger (< 2 Minuten). Wir stempeln die SI-Stationen, die Upload-Station scheint zu übertragen, jedoch kommt nichts am Computer an. Wir warten wieder, und warten, und warten, nichts. Es scheint, als wäre der Empfang hier zu schlecht. Nach mehr als einer Viertelstunde geben wir auf und beruhigen uns damit, dass wir am Wettkampftag die WBOX GSM Download etwas höher anbringen können und wir dadurch (hoffentlich) besseren Empfang haben.

Der Indoor-Test verlief also durchwegs positiv. Beim Feldtest mussten wir bei einem Postenstandort eine Alternative finden, halb so schlimm. Einzig der Empfang im Zielgebiet macht uns Sorgen. Mehr werden wir nach den Wettkämpfen wissen.

Weiter zur Teil 3.

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