Markus Plohn

Online-Trainingstagebuch: RunningAHEAD

Titelbild RunningAHEAD

Wie viele andere schreibe auch ich (fast) täglich in mein kleines Büchlein. Jedoch fängt der Eintrag nicht mit „Liebes Tagebuch“ an, sondern mit der Anzahl der Kilometer vom letzten Training, ein Trainingstagebuch eben. Während ich früher noch massenweise Zettel vollgeschmiert habe (manchmal blätter ich diese ein wenig durch und mir kommt ein Staunen, wie ich solche Trainingsumfänge ausgehalten hab), trage ich heute alles sorgfältig mit dem Computer ein – und zwar online.

Warum online? Dadurch kann ich von jedem Computer mit Internet aus meine Einträge vornehmen und bin nicht von einem einzelnen Gerät abhängig. Und soviel Vertrauen hab ich, dass die betroffenen Server entsprechend gesichert und geschützt werden und dass meine Daten halbwegs den Datenschutzgesetzen gemäß aufbewahrt werden.

RunningAHEAD: Train. Analyze. Improve.

Angebote im Internet gibt es viele – auch bei Online-Trainingstagebüchern. Ich habe schon diverse ausprobiert, angefangen bei Nike+, über Attackpoint bis hin zu Runner+. Hängen geblieben bin ich schließlich bei RunningAHEAD. Warum? Die Seite ist übersichtlich aufgebaut, lädt schnell (ohne Schnickschnack wie Flash) und bietet eine Menge Tools wie z.B. das Auslesen von Garmins Forerunner. Dass die Seite nur in englisch ist, sollte einen eigentlich kaum stören.

Nach einer kurzen Registrierung mit Name, Passwort und E-Mail-Adresse kann es schon losgehen. Zu Beginn sollte man gleich die Einstellungen anpassen. Wichtig dabei sind vor allem die „Locale Settings“ (Einheiten, Zeitzone, Datumsformat), die „My Log Preferences“ (Zugänglichkeit, Trainingstagebucheinstellungen), „Manage My Activities“ (hier können eigene Sportarten erstellt bzw. bestehende angepasst werden) und, wenn gewollt, „My Profile“ (persönliche Daten, Bild, etc.).

Eingabe von Trainingseinheiten

Über „New Run Entry“ (bzw. dem entsprechenden Eintrag der jeweiligen Sportart) gelangt man zur Eingabemaske (s.u.) für eine neue Trainingseinheit. Je nachdem, wie genau man das Trainingstagebuch führen möchte und was man später alles auswerten möchte, kann man hier mehr oder weniger Felder ausfüllen. Wichtig sind vor allem das Datum, die Distanz und die Trainingszeit. Zusätzlich kann man Details wie Wetter, Gewicht, Puls, Wettkampfergebnisse, Bewertung, Intervalldaten und zusätzliche Informationen angeben.

RunningAHEAD Workout

Wer bei seinen Trainings zufällig einen Garmin Forerunner (z.B. Forerunner 305) verwendet, wird noch mehr Freude an RunningAHEAD haben. Denn die Seite bietet einen einfachen „GPS-Import“, mit dem man die Trainingseinheiten direkt vom Forerunner in das Trainingstagebuch importieren kann. Dazu muss ein Plug-in für den Browser installiert werden, das man auf der Garmin-Website gratis herunterladen kann. Anschließend Forerunner mit dem Computer verbinden und den Import starten, schon werden die Trainingseinheiten übertragen. Je nach Einstellung werden die Einheiten dann automatisch in das Trainingstagebuch übernommen oder zur weiteren Bearbeitung zwischengespeichert.

RunningAHEAD GPS-Import

Beim Import werden alle verfügbaren Daten jeder Trainingseinheit gesammelt. Dazu gehören Datum und Uhrzeit, Distanz und Trainingszeit, Durchschnitts- und Maximalpuls und Zwischenzeiten (jede Zwischenzeit mit Distanz, Dauer und Durchschnitts- und Maximalpuls). Zusätzlich werden die Route mit Geschwindigkeit, das Höhenprofil und die Pulsfrequenzen übertragen, die dann mit Google Maps und in diversen Diagrammen betrachtet werden können:

Importierte Trainingseinheit mit Google Maps betrachten

Importierte Trainingseinheit mit Google Maps betrachten

Auswertung einer importierten Trainingseinheit

Auswertung einer importierten Trainingseinheit

Auswertungen und Tools

Auf der Startseite des „Training Log“ befindet sich eine Zusammenfassung („Summary“), die sich auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen lässt. So kann man verschiedene Auswertungen tabellarisch oder als Diagramme anzeigen und diese wie gewünscht anordnen.

Der Kalender („Calendar“) bietet eine monatliche Übersicht über die Trainingseinheiten mit wöchentlicher Zusammenfassung. Von hier aus kann auch direkt auf jede einzelne Trainingseinheit zugegriffen werden.

Unter „Workouts“ findet man eine Tabelle mit allen bisherigen Trainingseinheiten. Die Tabelle kann man nach diversen Spalten sortieren (z.B. um die Einheit mit dem schnellsten Kilometerschnitt zu finden), außerdem können hier die Trainingseinheiten geöffnet, bearbeitet und gelöscht werden.

„Equipment“ bietet die Möglichkeit, Ausrüstungen wie z.B. Laufschuhe einzutragen. Diese können dann bei jeder Einheit ausgewählt werden. So lässt sich z.B. feststellen, wie viele Kilometer man mit welchem Laufschuh zurückgelegt hat.

Bei den „Courses“ kann man fixe Laufstrecken mit Streckenlänge hinterlegen, die dann ebenfalls bei der Trainingseingabe ausgewählt werden können. Dadurch wird automatisch die Distanz mit der Streckenlänge der Laufstrecke vorausgefüllt.

Unter „Personal Records“ werden für die verschiedenen Strecken, die man gelaufen ist, die Bestzeiten angezeigt. Allerdings werden nur die Trainingseinheiten herangezogen, die als Typ „Race“ eingetragen haben.

Mit den „Reports“ lassen sich diverse Auswertungen und Diagramme erstellen. Dabei kann verschieden (täglich, wöchentlich, monatlich, etc.) zusammengefasst und auf alle Daten der Trainingseinheiten zugegriffen werden. So kann man neben Distanz- und Trainingszeitauswertungen auch die eigene Gewichtsveränderung analysieren.

RunningAHEAD Report

Bei den „Tools“ findet man weitere nützliche Funktionen. Zum Beispiel kann man Laufstrecken von anderen Usern suchen, das eigene Trainingstagebuch sichern oder Daten des Trainingstagebuchs auf der eigenen Website einbinden.

Im Hauptmenü findet man unter „Resources“ noch weitere nützliche Tools, wie z.B. diverse Rechner für Kilometerschnitt und BMI.

Zusätzlich bietet die Seite ein eigenes Forum unter „Community“ und einen kleinen Webshop („Shopping“).

Zusammenfassung

RunningAHEAD ist übersichtlich aufgebaut, bietet viele Funktionen und ist doch nicht überladen. Zusammen mit einem Garmin Forerunner wird das Führen eines Online-Trainingstagebuchs sehr vereinfacht, wobei die Eingabemöglichkeit von vielen Feldern auch komplexere Analysen erlaubt. Da man bei den Optionen einstellen kann, wer das eigene Trainingstagebuch betrachten darf, kann man es auch Freunden (passwortgeschützt) oder der Öffentlichkeit zugänglich machen; oder man führt es eben nur für sich selbst.

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Markus Plohn

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2 KommentareKommentar schreiben

  • seas plohni. du, frage. hab mir das grad angeschaut und das runningahead haut eigentlich ganz gut hin. sozusagen reduced to the max. und i kanns übers netz bedienen, sehr gut. jetz die frage: hast dus hinbekommen auch höhenmeter anzuzeigen? i hab halt jetzt das attribut „weight“ vergewaltigt und trag dort die gefahrenen hm ein. wie hastn du das gemacht? cool auch der organische bericht vom 12.9. oiso, schöne grüße aus wien, da tobias

    • hi!
      hab leider auch nichts gefunden um höhenmeter eintragen zu können. im forum gibt’s ein paar passende einträge dazu (zB diesen). sieht so aus, als käme es in der nächsten version als „custom field“. wann aber die nächste version kommt, hab ich auch nicht herausgefunden.
      lgp