Markus Plohn Die Digitalisierung des Orientierungslaufs

29Jun/100

Staffelentscheidung in Wöllersdorf

Die Aufstellung für die Niederösterreichische Staffelmeisterschaft wurde nach einem ausgeklügelten System erstellt - im Prinzip wurde gelost. Mein Losglück brachte mich mit Adi Zemann und Raphael Krapesch zusammen und das Ziel konnte nur heißen: Medaille. Mir war klar, dass ich bei der Entscheidung nicht mitmischen konnte, da die anderen Schlussläufer deutlich stärker waren, also mussten meine Teammitglieder eine gute Ausgangslage schaffen.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisse

Und das taten sie. Adi übergab an fünfter Stelle an Raphael, der auf der zweiten Strecke eine tolle Bestzeit hinlegte und uns auf den dritten Platz vorschob, nur 4'03 hinter den Führenden bzw. 1'33 hinter Silber. Ich ging also hinter Martin Brantner und Roland Fesselhofer ins Rennen, dicht gefolgt von Stephan Seeböck (4'16) und Pierre Kaltenbacher (10'30). Meine Aufgabe war also die Bronzemedaille zu halten.

Der erste Posten war supereinfach, ich dachte schon ich hätte die Herren - 12 - Bahn erwischt. Der Posten lag nämlich direkt neben dem Weg und war auch über einen solchen zu erreichen. Zu Posten zwei lief ich ein Stück zu weit, fing mich aber gleich bei der Trockenrinne auf und fand den Posten dann auf Anhieb. Etwas weiter entfernt sah ich einen Läufer vor mir, war das bereits Roland?

Zu Posten 3 gab es keine Alternativen, wieder viel Weg und dann neben der Felswand abseilen. Zu Posten 4 stapfte ich erstmal den Hang hinauf, plötzlich hörte ich hinter mir einen Läufer - es war Roland! Ich lag also bereits an zweiter Stelle, aber es lag noch viel harte Arbeit vor mir.

Roland wählte eine andere Route auf die Forststraße hinauf, ich nahm den schmalen Druchgang zwischen Zaun und Felsen und dann den kleinen Weg. Kurz bevor ich an der Forststraße ankam, lief Roland vor mir vorbei - gut, nichts verloren. Nach wenigen Metern auf der Straße schnitt ich das Eck ab und war wieder vorn. Nun kam die Frage auf: war der nächste Posten gegabelt? Um mich nicht irritieren zu lassen lief ich voraus und orientierte selbst.

Es stellte sich heraus, dass wir Posten 4 und 5 gleich hatten. Da der Postenständer bei Posten 5 umgefallen war und ich daran vorbeilief, stempelte Roland vor mir und lief Richtung Norden vom Posten weg. Der nächste Posten war anscheinend gegabelt - leider. Denn ausgerechnet hier machte ich einen Riesenfehler.

Posten 6: 2'45 Fehler

Bis zur Hälfte lief ich noch richtig, vielleicht hätte ich gleich etwas mehr steigen sollen, aber die Futterkrippe war ein sicherer Ablaufpunkt. Spätestens dort hätte ich aber mehr steigen müssen, ich lief aber viel zu flach und bald sah ich Roland weiter unten laufen. Ich hatte ihn also noch nicht verloren und lief weiter. Weiter. Weiter. Viel zu weit. Schön langsam dämmerte es mir, und als ich vor mir einen bekannten Weg erkannte, ging mir das Licht ganz auf. Also zurück und hinauf - Posten gleich gefunden, aber Silber war Geschichte. Jetzt ging es nur noch darum sich von Stephan und Pierre nicht mehr einholen zu lassen.

Posten 7: 1'30 Fehler

Aber auch das gestaltete sich schwieriger als geplant. Denn ich lief von Posten 6 den kleinen Weg zurück und dann, ohne die Richtung zu korrigieren, geradeaus weiter. Deutlich schneller wäre es gewesen gleich auf den Weg hinaufzustechen und diesen bis zum Posten zu laufen. Stattdessen geriet ich immer weiter hinunter und sah Roland wieder vor mir. Erst dachte ich, ich wäre noch voll dabei, aber als ich in den Hang kam und die Steine vor mir sah, war mir sofort klar, dass dem nicht so war.

Wenigstens fand ich den Posten dann auf Anhieb, doch der nächste Schreck ließ nicht lange auf sich warten: als ich ungefähr 200 Meter von Posten 7 weggelaufen war, kam mir Stephan entgegen. Ich rechnete kurz nach: mehr als eine Minute hatte ich wohl nicht mehr Vorsprung. Jetzt hieß es also kämpfen und sauber laufen!

Posten 8 lief ich also über den Weg, ich denke aber, dass die direkte Route schneller da steigungsparender gewesen wäre. Noch dazu zögerte ich im Postenraum und verlor weitere wertvolle Sekunden. Zu meinem Glück machte Stephan im Postenraum bei Posten 7 ebenfalls einen Fehler und so hatte ich viel mehr Vorsprung als gedacht, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Also kämpfte ich mich den Hang Richtung Zuschauerposten hinauf und weiter. Kurz vorm Posten ein kleiner Haken und dann lief ich auch noch am Weg zu Posten 10 vorbei - der Vorsprung schmolz dahin. Zur Sicherheit lief ich den Weg komplett aus um eine weitere Suchaktion zu vermeiden.

Zwei Posten noch, kein Stephan zu sehen oder zu hören. Also lief ich auch Posten 11 sicher an und zum letzten Posten wählte ich ebenfalls den Weg. Zur Sicherheit noch einmal umdrehen im Zieleinlauf - noch immer kein Stephan - die Bronzemedaille war gesichert.

Es war also ein sehr durchwachsener Lauf mit zwei großen Fehlern direkt hintereinander. Trotzdem konnte ich Platz drei halten und uns die erhoffte Medaille heimbringen. Ein Danke an meine Teamkameraden Adi und Raphael!

Der Sieg ging übrigens an das hoch favorisierte Team bestehend aus Michi Auer, Jakob Pauser und Martin Brantner gefolgt von Emanuel Braun, Jörg Schaumann und Roland Fesselhofer. Gratulation!

21Jun/101

Kytäjä-Jukola 2010 – sensationell!

Zum ersten Mal in der Geschichte des HSV OL Wiener Neustadt stellte der Verein eine eigene Mannschaft bei der Jukola, der größten Orientierungslaufstaffel der Welt mit über 1.500 startenden Teams bestehend aus jeweils 7 Läufern. Unser Team setzte sich aus folgenden Läufern zusammen:

Stephan Seeböck
Martin "Bränsch" Brantner
Michael "Much" Stockmayer
Michael Auer
Roland Fesselhofer
Markus Plohn
Pierre Kaltenbacher

Die Bundesheerzeltstadt - ein Zelt davon gehört uns

Am Freitag noch gähnende Leere bei der Jukola

Nach einem späten OL-Training direkt neben dem Wettkampfgelände am Freitag abend ist klar: das wird kein leichtes Unterfangen. Eine sehr detaillierte Karte und ruppiges Gelände - da sind viel Kompassarbeit und starke Oberschenkel gefragt.

Karte Training 1
Karte Training 2 (Posten aus Gedächtnis eingezeichnet, daher eventuell nicht ganz richtig)

Vor dem Training: teilweise optimistisch ...

Am Samstag werden die Startnummer verteilt und die Spannung steigt immer mehr. Pierre und ich laufen noch ein Training um uns mehr auf Karte und Gelände einzustellen - da wir die letzten beiden Strecken laufen haben wir genügend Zeit zur Regeneration. Kurz darauf fällt um 14:00 Uhr der Startschuss zur Venla - die abgespeckte Version der Jukola für Damen bestehend aus je vier Läuferinnen.

Die Startnummern sind vergeben, jetzt kann's losgehn!

Samstag: die Massen reisen an

Auch bei der Venla sind über 1.000 Teams am Start

So genießen wir also erstmal als Zuseher die Damenstaffel und können beim GPS-Tracking, das via Videowall gezeigt wird, schonmal einen Blick auf die Wettkampfkarte werfen. Kurz nachdem die Siegerstaffel der Venla einläuft, fallen die ersten Regentropfen. Bis Sonntag früh soll es ein Wechselspiel aus starkem und leichtem Regen werden.

Eine von zwei Videowalls im Zielgelände

Viele Zuschauer verfolgen mit Spannung die Venla

Nach der Venla heißt es Warten auf den Start der Jukola. Stephan, unser Startläufer, macht sich langsam bereit - Kompass, Emit, Startnummer, Stirnlampe - alles da!

Stephan bereit zum Massenstart

Pünktlich um 22:55 Uhr zum Sonnenuntergang fällt der Startschuss zur Jukola und mehr als 1.500 Läufer stürmen aus dem Stadion - was für ein Gedränge! Und wie immer gilt: ein Bild sagt mehr als tausend Worte - ein Video sagt mehr als tausend Bilder. Also bitte:

Nachdem die niedrigen Startnummern nach dem Vorjahresergebnis und anschließend nach Anmeldereihenfolge vergeben werden, haben wir die Nummer 728, was soviel wie den 728. Startplatz und daher eine der mittleren Startreihen bedeutet. Somit hat es Stephan zu Beginn nicht so einfach, trotzdem macht er seine Sache gut und übergibt als 529. an Martin.

Dieser muss als einziger seinen ganzen Lauf in der Dunkelheit absolvieren und seinen Schilderungen nach seinem Lauf nach zu urteilen war es eine Mischung aus Laufen gegen eine Dickichtwand und illegalem Glücksspiel. Trotzdem kann er einige Plätze gut machen und schiebt uns an die 388. Stelle.

Much läuft ebenfalls noch teilweise im Dunklen, holt 69 Plätze auf (319. Platz) und übergibt an Michi, der bereits ohne Stirnlampe in den Wald gehen kann.

Leider hat Michi vor allem gegen Ende seines Laufs ein paar Probleme und verliert 29. Plätze, was den 348. Zwischenrang bedeutet. Nun ist nur noch Roland an der Reihe, dann darf ich schon auf's Spielfeld. Ich mache mich also fertig und gehe in die Aufwärmzone. Bei einem Terminal kann man mit seinem Emit nachsehen, wo sich der Vorläufer gerade in etwa befindet und an welcher Stelle er liegt. Als ich das erste Mal kontrolliere, hat Roland die 2,7 km-Marke bereits passiert. Dann heißt es Warten, Aufwärmen und immer wieder kontrollieren, ob Roland schon weiter ist.

Bereits 50 Minuten vergangen und Roland ist noch immer nicht bei den 4 Kilometern - was ist da los? Entweder hat er gröber eingebaut oder er ist verletzt. Ich warte also weiter und irgendwann am Terminal plötzlich die frohe Botschaft: Roland ist bereits bei den 5,4 Kilometern vorbei. Der Funkposten bei 4 km hat anscheinend nicht ausgelöst.

Ein Kilometer also nur noch, die Spannung steigt. Ich laufe abwechselnd zwischen Terminal, Zuschauerbrücke und Kartenübergabe hin und her und irgendwann kommt mir, dass ich Roland verpassen könnte. Nachdem ich sowieso bereits genug aufgewärmt habe, beschließe ich bei der Kartenübergabe zu warten.

Und es dauert nicht mehr lange, bis Roland mit meiner Karte in der Hand angelaufen kommt und los geht's! Roland hat wieder 54 Plätze aufgeholt und schickt mich an 294. Stelle liegend ins Rennen.

Karte mit Bahn und Route
Jukola Website
Ergebnis HSV OL Wiener Neustadt

Am Weg zum Startpunkt ist genügend Zeit zum Karte Falten und Route planen, immerhin beträgt dieser mehrere hundert Meter. Die ersten Posten gehe ich supersicher an: langsames Tempo und von Objekt zu Objekt orientieren - und immer Richtung kontrollieren!

Posten 1: Den Hang hinauf und auf der anderen Seite in der langgezogenen Mulde hinunter zum Sumpf. Mit Kompass durch den Sumpf und neben dem Felsen über die Nase und in die Mulde hinein. Ich sehe den Hügel bereits vor mir, der Posten muss dahinter sein, ich muss aber zuvor noch einem riesigen quer liegenden Baum ausweichen. Dann geht's zum Hügel, da ist auch schon der Posten, ich stemple - juhu, mein erster Jukolaposten!

Posten 2: Ich umlaufe erstmal den Hügel und quere den Sumpf wieder mit Hilfe meines Kompasses. Auf der anderen Seite den Hügel hinauf und den Hang entlang. Ich kreuze die breite Mulde etwas zu früh, fange mich aber sofort bei den Felsen auf und korrigiere. Im Postenraum schwimme ich ein wenig dahin, aber zum Glück sehe ich bald den Postenschirm.

Posten 3: Mit dem Kompass geht's hinunter zum Bach, zum ersten Mal läuft ein anderer Teilnehmer in die gleiche Richtung und ich hänge mich erstmal dran. Er ist zwar etwas schneller, aber ich kann noch mitkontrollieren. Kurz vorm Posten muss ich abreißen lassen, aber ich weiß genau wo ich bin und finde den Posten sofort.

Posten 4: Einmal auf den Kompass schaun und hinaus auf die Forststraße. Bei der Biegung wieder mit dem Kompass hinein in den Wald auf den Hügel, am nächsten Hügel ist der Posten - kein Problem.

Posten 5: Ich wähle die Sicherheitsroute und laufe gleich wieder zurück zur Forststraße. Kurz vor der Getränkestation biege ich in den Wald ab, der Sumpf ist gut zu erkennen, dahinter der Posten. Läuft ja wie am Schnürchen!

Posten 6: Wie so oft: Kompass. Bei der Getränkestation nehme ich drei Becher und weiter geht's. Ich bemerke, dass sich zwei andere Läufer bei mir eingeklinkt haben - hoffentlich irritieren sie nicht, dennoch ist es ein tolles Gefühl Busfahrer zu sein. Über den langgezogenen Hügel geht es in die Mulde und zum Posten.

Posten 7: Was für ein Posten! Eine Teilstrecke von 1840 Metern, gelaufen bin ich (inklusive Fehler) 2560 Meter - für einen Posten. Also los geht's: Einen guten Plan hab ich nicht, erstmal mit Kompass zur Forststraße. Dort versuche ich eine Route zu finden, überlege kurz die Forststraße auszulaufen, ist mir aber zu weit und da ich nichts wirklich Gutes finde, laufe ich einfach los.

Die beiden anderen Läufer, die ich bereits zu Posten 6 mitgenommen habe, hängen sich wieder dran. Einer der beiden reißt aber bald ab und somit sind wir nur noch zu zweit - ein Finne und ich. Bei den Anstiegen kann ich mich immer ein bisschen absetzen und wäre es um den Sieg gegangen hätte ich mich wahrscheinlich absetzen können, so aber bleibe ich oben angekommen immer stehen und kontrollier unseren Standort bis der Finne wieder aufschließt. Ich behalte ihn mir sozusagen als Sicherheit auf.

Bei dem Felsen kurz vor dem Kahlschlag in der Mitte der Teilstrecke sage ich: "We already got the first half." und der Finne pustet durch. Eine Freundschaft entsteht. Bei eben diesem Kahlschlag weiß ich noch genau, wo wir sind, doch dann verliere ich die Konzentration und den Kartenkontakt. Ich versuche unseren genauen Standort zu finden, doch plötzlich läuft der Finne voraus. Ich denke mir, er weiß wo wir sind und hänge mich dran. Aber ich finde nicht mehr in die Karte zurück.

Auf einem Hügel bleiben wir stehen, lange stehen. Doch das hat keinen Sinn da jetzt zu probieren herauszufinden wo wir sind, also laufe ich einfach weiter. Jetzt hilft nur noch Plan B: entweder fängt uns der See oder der Weg auf. Es ist der Weg, ich sehe ihn unten vor mir, als ich oben auf einem Hügel ankomme. Ich teile dem Finnen meine Erkenntnis mit und wir korrigieren Richtung Süden. Kurz vorm Posten biege ich rechts ab, da ich dort den Posten vermute, mein Finne läuft gerade weiter. Gut, da ist ein Posten, aber der falsche. Zu meinem Glück stempelt ein anderer Läufer. Ich fackle nicht lange und frag ihn nach dem Standort, er zeigt auf seine Karte und schon ist mir klar: mein Finne lief richtig.

Mist! Mit hohem Tempo geht's zum Posten, da ist er - mein Finne ist weg. Ob er den Posten schon hat? Egal.

Posten 8: Mein Finne ist wieder da. Natürlich war er vor mir bei Posten 7, aber kurz danach hole ich ihn bei der Felsenrunterkletterei wieder ein. Bei der Getränkestation kippe ich wieder ein paar Becher und weiter geht's. Da habe ich, neben meinem Finnen, wieder mehr Läufer im Schlepptau, nämlich zwei weitere. Der Posten ist recht einfach, den hohen Hügel hinauf und auf der anderen Seite hinunter. Wenn man brav Richtung kontrolliert, kann nicht viel passieren.

Posten 9: Auch dieser Posten bietet keine Schwierigkeiten. Den Hügel im Sumpf entlang und im richtigen Moment hinaufstechen. Die anderen folgen mir.

Posten 10: Ich wähle die Sicherheitsvariante über den Weg und laufe erst spät den Hügel hinauf. Dafür finde ich den Posten ohne Probleme. Natürlich folgt mir mein Finne, die anderen wählen anscheinend eine andere Route und waren nicht mehr gesehen.

Posten 11: Erstmal mit dem Kompass zum  Bach und diesen entlang. Dann rechts abbiegen und die Felswand hinauf (mein Finne hat etwas Probleme ...). Leider gerate ich dann etwas zu weit rechts und verfehle den Sumpf. Komme somit immer weiter rechts und weiß nicht mehr genau, wo ich bin. Ich drehe mich um: mein Finne ist verschwunden. Nein! Na gut, nutzt ja nichts. Ich versuche nachzuverfolgen, wie ich gelaufen bin und korrigiere nach links. Auf einer Nase kann ich mich endlich auffangen und finde den Posten auch bald. Aber mein Finne ist weg. Schade.

Posten 12: Ich laufe erstmal den Sumpf entlang, plötzlich grüßt mich Kerschi und überholt mich. So ein Zufall! Nach einem kurzen Pläuschchen erfahre ich, dass er an ca. 80. Stelle liegt und er den gleichen nächsten Posten hat - 143. Ohne zu zögern hänge ich mich an und bald haben wir den Posten auch schon gefunden.

Posten 13: Alleine geht's weiter. Posten 13 ist kein Problem, einfach Richtung halten.

Posten 14: Ich hänge mich an einen flotten Läufer an, kann auch unseren Standort mitverfolgen. Bei der großen Felswand biegt er ab und ich orientiere alleine weiter. Kleiner Felsen, Sumpf, Hügel - alles da - der Posten auch.

Posten 15: Ein kurzer Posten. Durch den Sumpf und bei den Hügeln vorbei, der Posten sitzt in einer Mulde. Alles schön mitzulesen.

Posten 16: Ich bin ganz alleine - sehe fast keine anderen Läufer. Wieder kann ich vorausschauend laufen. So macht auch dieser Posten keine Probleme.

Posten 17: Die letzte Getränkeaufnahme und weiter. Den Hang hinunter durch die breite Mulde, neben der Felswand hinauf, das Dickicht entlang, durch die kleine Mulde, zwischen den Felsen und auf zum Posten. So soll Orientierungslauf sein!

Posten 18: Nach 100 Metern wiedermal eine Felswand hinunterzuklettern, diese ist aber wirklich steil. Irgendwie rutsche ich hinunter und verliere das Kontrollblättchen von meinem Emit. Ich klaube es auf und überlege kurz, ob ich es überhaupt noch montieren soll, schließlich lagen im Wald schon einige von anderen Läufern herum. Doch dann denke ich mir, dass es ziemlich dumm wäre, wenn eine der letzten Emit-Stationen nicht funktioniert und spanne das Blättchen wieder ein. Zur Sicherheit behalte ich den Daumen drauf um es nicht nochmal zu verlieren. Kurz vorm Posten lasse ich mich von anderen Läufern ablenken und biege nach links ab, bemerke meinen Fehler aber sofort und finde den Posten ohne weitere Probleme.

Posten 19: Der vorletzte Posten! Richtung halten und Gas geben. Den Posten kenne ich schon, den konnte man sich vorher bei der Venla als Zuschauer schon einprägen. Null Problemo!

Posten 20: Vollgas runter. Auch hier weiß ich bereits, welcher "mein" letzter Posten ist, schließlich gibt es drei verschiedene. In der Laufinformation stand aber bereits, welcher Läufer welchen Posten hat. Stempeln und ein langer, langer Zieleinlauf.

Aus einer Kartenübergabe wird aber leider nichts, Pierre war bereits beim Massenstart gestartet. So kann ich bereits nach dem Stempeln des Zielpostens meinen Lauf beenden und muss nicht mehr zu den Karten und weiter zur Übergabe laufen.

Immerhin habe ich 32 Plätze aufgeholt und bin als 262. ins Ziel gelaufen. Pierre kann als Schlussläufer nochmal 35 Plätze gutmachen, aber da bin ich bereits am Weg zum Flughafen.

Fertig. Und wie war es? Toll! Mir gelang ein meiner Meinung nach guter Lauf. Der Fehler auf der langen Teilstrecke ist mir erst gar nicht bewusst, nur der zu Posten 11. Ich schätze ihn erstmal auf 2 Minuten. Laufzeit: 96:25. Für 9,3 Kilometer in diesem Gelände akzeptabel.

Nach Analyse der Zwischenzeiten im Internet die Ernüchterung: bei Posten 11 habe ich 11:24 verloren. Viel zu viel! Der Umweg kostete vielleicht 2 bis 3 Minuten, dazu eine Minute im Postenraum. Vielleicht hätte ich mir doch eine Minute Zeit nehmen sollen um die Route besser zu planen, die flachen Täler ausnützen und über weniger Hügel klettern, hätte auch Kraft gespart.

Eines unserer beiden Ziele haben wir erreicht, das andere nicht:

  • Endplatzierung unter den top 250 - erreicht mit Platz 227.
  • Kein Massenstart - leider nicht erreicht, dazu waren wir ca. 20 Minuten zu langsam.

Ein großes Danke an unseren Organisator Pierre und natürlich auch an all meine Teamkollegen. Es war wirklich ein tolles Erlebnis!

Ob mich die Jukola je wieder sieht? Also so wie an diesem Wochenende eher nicht. Wenn dann in Verbindung mit einem Trainingslager vorher und einer festen Unterkunft. Die ganzen Strapazen für einen einzigen Lauf sind einfach zu viel.

Trotzdem waren Atmosphäre, Karte, Bahn und Lauf toll, vielleicht gibt es ja bald wieder ein Team des HSV OL Wiener Neustadt bei der Jukola.

8Jun/100

5. Platz bei der NÖ Mittel MS

Auch der zweite Versuch heuer auf eine Medaille bei einer Niederösterreichischen Landesmeisterschaft blieb erfolglos. Nach der Disqualifikation bei der Sprintmeisterschaft konnte ich mich diesmal aber mit einem fünften Platz deutlich steigern. Mehr als die Erwartungen erfüllt hab ich aber auch nicht. Zum Lauf selbst:

Es erwartete uns eine ziemlich steile Bahn (200 Höhenmeter auf 4,5 Kilometer) - schonmal keine idealen Voraussetzungen für mich, mir liegen ja flache Gelände eher. Aber probieren muss man es trotzdem. Gleich zum ersten Posten ging es 50 Höhenmeter hinauf. Den Standort hatte ich auf der Musterkarte im Vorstart bereits erraten, der Posten selbst war also kein Problem (+2sec auf Pierre). Nur meine Augen hatten etwas Schwierigkeiten sich von greller Sonne auf dunklen Wald umzustellen als ich beim Startpunkt in den Wald abbog.

Zu Posten zwei konnte ich den Rückstand ebenfalls gering halten und blieb somit hinter Pierre an zweiter Stelle. Dann kam meine stärkste Phase in diesem Lauf: am Weg zum 2er sah ich bereits den 4 Minuten vor mir gestarteten Michi, also gab ich zum 3er Vollgas (Bestzeit) und zum 4er (wieder Bestzeit!) konnte ich ihn schließlich überholen. Und plötzlich lag ich an erster Stelle. Dieser Zustand sollte aber nicht lang halten...

Denn zu Posten 5 kam der übliche grobe Schnitzer. Ich lief ohne Plan nur nach Kompass und hoffte den Posten zu erspähen. Doch ich wurde immer unsicherer, blieb öfters stehen und fing mich schließlich auf der Forststraße auf. Doch auch dort wusste ich nicht genau wo ich war und so zitterte ich irgendwie Richtung Posten, bis ich ihn endlich fand. Dieser Schwenker kostete mich 1'30 und warf mich von Platz 1 auf Platz 6 zurück.

Posten 6 war kein Problem, das Dickicht und der Stein bildeten perfekte Ablaufpunkte. Zu Posten 7 ahnte ich schon einen groben Zeitverlust, da es wieder 50 Höhenmeter auf einmal zu bewältigen gab, und ich auch noch etwas falsch den Hang vorher herunterlief. Der Zeitverlust beschränkte sich jedoch auf 15 Sekunden, halb so schlimm.

Die Posten 8 bis 10 erwischte ich zwar wieder sehr gut, aber Hanglaufen ist einfach nicht meins. So verlor ich rein läuferisch 50 Sekunden - viel zu viel. Nach dem kurzen Anstieg zu Posten 11 war der Saft aus, das merkte ich vor allem vor und auf der Forstraße zum nächsten Posten. So verlor ich nochmals 42 Sekunden läuferisch auf einer Teilstrecke von nicht mal 3 Minuten.

Posten 13 und 14 liefen technisch wieder sauber. Doch zum vorletzten Posten musste ich mir natürlich noch einen Fehler leisten. Ich sah das Sperrgebiet um den Postenraum erst als ich auf der Forstraße lief und ließ mich dann von anderen Läufern irritieren. Anstatt gerade auf die Straße hinunterzustechen lief ich zurück und um den Weingarten herum. Die Medaillen waren aber bereits vergeben, also nahm dieser Fehler auch keinen Einfluss mehr.

Zum letzten Posten und ins Ziel nochmal Gas geben und aus war der Lauf. Zufrieden bin ich mit meinem Lauf, eine Medaille wäre möglich und schön gewesen, aber geschenkt wird einem nichts.

Übrigens lag ich mit meinem Tipp (Kaltenbacher - Stockmayer - Fesselhofer) gar nicht so weit daneben. Nur Stephan anstatt Roland machte mir einen kleinen Strich durch die Rechnung, aber er hat sich's ja auch verdient. Gratuliere!

Ergebnis NÖ Mittel
Laufanalyse

1Jun/106

Fun-OL und Nicht-Fun-OL

Am Wochenende trieb es uns nach Salzburg zur Chicken Challenge 2010. Diesmal gab es keinen Mehrtagelauf, sondern am Samstag eine Auswahl an verschiedenen Fun-OL-Bewerben und am Sonntag den vierten Austria Cup.

Samstag: Fun-OL

Zur Auswahl standen ein Mobile-O, ein Labyrinth-OL, ein WISBI-OL und ein Segway-OL. Natürlich probierte ich alle vier Disziplinen aus, wenn ich schon da war.

Als erstes startete ich mit Michi beim Mobile-O. Zuerst lief ich und Michi navigierte, anschließend tauschten wir die Rollen. Michi machte seine Sache sehr gut, ich bog nur zweimal falsch ab (am Weg zum Vierer und Siebener) als ich andere Posten sah und vermutete es wären meine, aber daran bin ich wohl selbst schuld. Etwas über 11 Minuten benötige ich für die 1,5km lange Bahn, nicht schlecht.

Dann war Michi an der Reihe, er lief jedoch auf einer anderen Bahn. Leider unterliefen uns zwei schwerwiegende Fehler. Einmal eine Minute und einmal satte sieben Minuten, das war eindeutig zuviel und so landeten wir an 10. Stelle mit einer Zeit von 29:54. Die Schnellsten benötigten gerade mal 23:43. Ob es an meinen schlechten Anweisungen oder an Michi's Ost-West-Legasthenie lag, möchte ich hier nicht genauer erläutern.

Karte Mobile-O, Ergebnisse

Anschließend absolvierte ich den Labyrinth-OL. Hier galt es auf engstem Raum (20x20 Meter) den schnellsten Weg zwischen den Absperrungen zu finden und dabei vollste Konzentration zu bewahren. Auf der ersten Schleife hatte ich so meine Probleme und Michi, der knapp hinter mir gestartet war, hatte mich schon fast eingeholt. Doch auf der zweiten Schleife kam ich richtig in Fahrt und konnte sogar noch einen kleinen Vorsprung von 5 Sekunden herausholen. Insgesamt benötigte ich 5:19, der Sieger nur 4:28.

Karte Labyrinth-OL (ohne Route, bin mir nämlich nicht mehr ganz sicher...), Ergebnisse

Der dritte Bewerb war der WISBI-OL. Christian Wartbichler legte auf einer 1,6km langen Strecke eine Zeit (unter 7 Minuten) vor, an der man sich messen konnte. Diesmal startete Michi ca. 20 Sekunden vor mir, doch er machte am Start bereits einen groben Fehler und so überholte ich ihn ohne es zu bemerken. Erst als ich zum zweiten Posten lief kam er mir entgegen und ich war etwas verwundert.

Der Lauf war auf jeden Fall sehr schnell und auch sehr kurz. Fehler werden bei solchen Läufen natürlich beinhart bestraft, wie ich selbst erfahren musste. Am Weg zu Posten 5 bog ich in die falsche Gasse ein und verlor durch Unsicherheit und Umweg in etwa 15 Sekunden. Blieb am Ende eine Zeit von 7:42, knapp geschlagen von Roland (7:39) und einem Tschechen (7:36). Nur der Erste, ein weiterer Tscheche, konnte sich etwas absetzen (7:11).

Karte WISBI-OL, Ergebnisse

Zum Abschluss stand noch der Segway-OL am Programm. Am Sportplatz konnte man in einem abgesteckten Bereich ein Segway ausprobieren. Als Aufgabe musste man die Zahlen auf den Posten addieren, es gab also weder eine Karte, noch musste man den Posten stempeln. Trotzdem hat es Spaß gemacht und in diesem Fall waren "Fehler" gar nicht so schlimm, denn dann konnte man mehr mit dem Segway herumkurven.

Sonntag: Nicht-Fun-OL

Der Austria Cup am Sonntag auf der Postalm war das Gegenteil vom Samstag. Denn 12km mit 570hm klangen nicht gerade spaßig. Trotzdem war es ein schöner Lauf in einem sehr schönen Gebiet.

Karte 4. Austria Cup
Laufanalyse
Ergebnisse, Zwischenzeiten, Splitalyzer

Ich startete als zweiter hinter Jan, hinter mir: Wolfgang Siegert, ein Tscheche und Pierre.

Zum ersten Posten wählte ich die extrasichere Variante und lief komplett den Weg aus - machte nicht soviel aus. Bis zum Straßenübergang bei Posten 6 ging es sehr gut dahin, nur ein paar Unsicherheiten im Postenraum, aber nichts Tragisches.

Bei Posten 7 ging ich beim Routenplanen zum 8er einfach vorbei, erst der Weg ließ mich stoppen und umkehren. Zu Posten 8 die lange Routenwahl: oben herum oder doch quer und dann die Forststraße? Ich entschied mich für die obere Route, auch deshalb, weil am Weg eine Getränkestation lag. Pech gehabt, denn die Getränkestation gab es nicht und so hieß es ohne Wasser auskommen.

Beim Posten angekommen überholte mich gerade Wolfgang Siegert, ich probierte aber erst gar nicht mich anzuhängen und lief mein eigenes Rennen weiter. Der 9er war wieder so ein Unsicherheitsposten, obwohl ich ihn gut erwischte, die nächsten beiden Posten gingen wieder besser.

Bei Posten 11 holte mich schließlich auch der Tscheche ein, aber auch ihn ließ ich laufen, denn er lief sogar noch schneller als Wolfgang, und das wollte ich mir für vielleicht ein, zwei gute Zwischenzeiten nicht antun. Die Route zum 12er war für mich klar, denn die Alternative über die Forststraße hatte zu viele Höhenmeter und war um einiges länger.

Zu Posten 13 wäre vom Posten weg gleich hinaufzustechen schneller gewesen. Pierre, der hinter mir den 12er stempelte, ließ sich von mir verleiten und lief ebenfalls den Weg aus. Wenigstens konnte ich von ihm ein wenig bis Posten 15 profitieren, aber ab dort lief ich wieder (und diesmal bis zum Schluss) alleine.

Am Weg zu Posten 16 machten sich die Spikes von meinen Schuhen an meinen Fußsohlen bemerkbar, das Bergablaufen tat schon sehr weh, aber es ging. Zu Posten 19 wählte ich wieder die Route oben herum, wie zu Posten 8, auch wenn ich nicht erwartete, dass die Getränkestation bereits besetzt war.

Ab Posten 19 wurde es nochmal richtig interessant. Mehrere kurze Posten in einem schönen Waldgebiet, alles bergab oder zumindest flach. Und endlich gab es auch was zu trinken (am Weg zu Posten 22). Dieser Teil hat mir, obwohl ich bereits sehr erschöpft war und ziemlich allein durch den Wald lief, sehr gut gefallen.

Auch der Schlussteil im Offenen war sehr schön und so konnte ich, sogar bei Sonnenschein, nach knapp über 100 Minuten ins Ziel einlaufen. Damit hatte ich auch meine Vorgabe von zwei Stunden deutlich unterboten.

Ausblick

Am kommenden Samstag findet in Unterwölbling die Niederösterreichische Meisterschaft auf der Mitteldistanz statt. Diese gilt als Qualifikation bzw. Grundlage für die Aufstellung der Mannschaften bei der Niederösterreichischen Staffelmeisterschaft am 26. Juni in Wöllersdorf. Durch die allgemeine Kategorie Herren 15-44 hat sich ein extrem großes Starterfeld von 37 Läufern ergeben. Ideal um sich mit den jüngeren und älteren zu vergleichen.

Mein Tipp für das Podest bei der NÖ Mittel lautet übrigens:

1. Pierre Kaltenbacher
2. Stockmayer Michael
3. Fesselhofer Roland

Also ein Dreifachsieg für den HSV Wiener Neustadt!

Was denkt ihr, wer auf's Podest läuft? Wie lautet euer Tipp? Einfach ein Kommentar posten!

Wer aller gemeldet ist, seht ihr bei ANNE.

25Mai/100

WRE-Sprint und Staffel in Brünn

Für gewöhnlich heißt es: wer es nicht im Köpfchen hat, hat es in den Beinen. Beim Orientierungslauf könnte man noch meinen: wer es nicht in den Beinen hat, hat es im Köpfchen. Wenn man es weder in den Beinen noch im Köpfchen hat, dann macht man auch keine 1000 Punkte bei einem World Ranking Event, sondern eben nur 817. So geschehen am Samstag beim Hummel Sprint Cup in Brünn, bei dem Pierre, Michi und ich an den Start gingen.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisliste und Zwischenzeiten
WR-Punkte

Mir unterliefen einfach zu viele Fehler, und zwar von Beginn weg. Der erste Posten ging noch gut, doch zum zweiten erwischte ich bereits die längere Route (ideal wäre knapp links der Linie). Zum Dreier ein kleiner Richtungsfehler, dadurch musste ich über eine Böschung klettern und am Weg zum Vierer ließ ich mich von einem anderen Posten ablenken.

Doch dann kam erst der Horrorcrash bei Posten 5: zuerst bog ich aus mir unerklärlichen Gründen von der Idealroute ab und kämpfte mich durch's Grün, dann interpretierte ich die Hilfshöhenlinie als Weg und lief viel zu weit in den Wald. Bis ich meinen Fehler bemerkte und endlich beim Posten war, verging über eine Minute. Als Draufgabe wählte ich zu Posten 7 die falsche Route (links herum ist zwar um 30m länger, aber nicht so steil zu laufen).

Dann beruhigte sich mein Kompass ein bisschen und ich machte keine groben Fehler mehr, einzig den Posten im Dickicht beim Elfer sah ich nicht gleich und verlor nochmal 20 Sekunden. Ab Posten 8 lief ich eigentlich fast immer in einer Gruppe mit mindestens 3 Läufern, teilweise sogar mehr. Aber ändern konnte das am Katastrophenergebnis auch nichts mehr: Platz 42 von 45 Teilnehmern. Die erste Hälfte hätte locker drin sein müssen, hätte.

Am gleichen Tag wurde auch noch eine Staffel ausgetragen. Zwar war die Vorbereitung nicht optimal (eine fettige Wurst als Mittagessen und statt Beine hochlagern geocachen), aber hier ging es auch mehr um den Spaß. Pierre lief am Start und übergab mir an 23. Stelle.

Karte mit Bahn und Route
Ergebnisliste und Zwischenzeiten

Der Anfang des Laufs gefiel mir sehr gut: kurze schnelle Posten im feinen Gebiet, da ging ordentlich was weiter. Am langen Anstieg zu Posten 8 konnte ich gut in einer größeren Gruppe mithalten. Durch eine sehr unterschiedliche Bahnanlage zwischen Posten 8 und 15 teilte sich die Gruppe komplett auf, noch dazu unterlief mir bei Posten 9 ein kleiner Postenraumfehler. Bei Posten 15 konnte ich wieder ein paar Läufer einholen, die verlor ich jedoch gleich wieder bei Posten 17 (Postenraumfehler).

Also lief ich den Rest so ziemlich allein, zwischen Posten 21 und 22 wurde ich noch von zwei schnelleren Läufern überholt, aber das war's dann auch schon. Zu Posten 23 lief ich zwar brav die Höhe aus und erwischte auch den Posten optimal, aber die direkte Route wäre deutlich schneller gewesen. So übergab ich an Michi an 28. Stelle, ich hatte also nur 5 Plätze verloren. Und das, obwohl ich schon stehend k.o. war (vor allem nach dem Schlussanstieg von 50 Höhenmetern) und absolut nicht fehlerfrei blieb.

Michi lief als Schlussläufer ein gutes Rennen, am Ende platzierten wir uns auf Rang 42 unter 61 Staffeln. Damit haben wir zwar nicht unser Ziel (Top 30) erreicht, aber Spaß hat's gemacht.

Spaß versprechen auch die vier Fun-O Bewerbe am kommenden Samstag in Abtenau. Zur Auswahl stehen ein Labyrinth-OL, ein WISBI-Sprint, ein Mobile-OL (werde ich mit Michi antreten) und, sehr interessant, ein Segway-OL. Ich bin schon sehr gespannt!

Chicken Challenge 2010

Am Sonntag wird auf der Postalm der 4. Austria Cup durchgeführt. Die Karte ist für mich neu, aber es wird wohl wieder sehr steil werden...

20Mai/101

Quer durch die Landeshauptstadt

Der fünfte NOLV Cup führte durch die Traisenau und das Regierungsviertel in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten. In der Au hatte ich so meine Probleme. Die Karte war östlich der Traisen nicht mehr am aktuellsten Stand, was vor allem bei Posten fünf fast allen Läufern zu schaffen machte, mich eingeschlossen. Ich lief mit Erich Göschl etwas zu weit, bei einer nicht eingezeichneten Lichtung kämpften wir uns über querliegende Bäume hinab und mussten schließlich wieder zurück. Die Lichtung beim Posten selbst war nicht vorhanden. Diese Umweg kostete mich 1'30".

LaufanalyseErgebnisliste, Zwischenzeiten

Zuvor war mir bei Posten drei schon ein Fehler unterlaufen. Kurz vorm Posten dachte ich ich wäre bereits zu weit nördlich und lief daher nach rechts bis ich mich auf dem Weg auffing. Der Zeitverlust hielt sich aber mit 30 Sekunden in Grenzen.

Der zweite Teil des Laufs im Regierungsviertel und im Hammerpark (Posten 9, 10, 15 und 16) gefiel mir um einiges besser und ich konnte hier auch fehlerfrei durchlaufen. Durch die zwei Minuten Fehler am Anfang blieb am Ende aber "nur" der zweite Platz 34 Sekunden hinter Georg Wittberger und 1'25" vor Andreas Perstinger.

Am Samstag werden Pierre, Michi und ich bei einem WRE-Sprint und einer Staffel in Brünn an den Start gehen. Das Starterfeld ist gar nicht so schlecht besetzt, ich bin schon sehr gespannt.

Ausschreibung, Startliste Hummel Sprint Cup

18Mai/100

Sportliches Wochenende in Kärnten

Vergangenes Wochenende standen in Pörtschach der 3. Austria Cup und die ÖM Mannschaft am Programm, nicht zu vergessen das ÖFB Cup Finale in Klagenfurt mit Wiener Neustädter Beteiligung.

3. Austria Cup

Die vorausgeschickten Streckendaten ließen Böses erahnen: 11,7 Kilometer mit 700 Höhenmetern. Für mich war klar: eine Laufzeit unter zwei Stunden musste her. Und gleich vorweg: ich sollte es schaffen.

Karte mit Bahn und Route
Laufanalyse bei Lanyse
Ergebnisliste und Zwischenzeiten

Schon zum Start musste man knappe 100hm bewältigen, da blieb nicht viel Energie zum Aufwärmen und so ging ich die ersten Posten eher locker an, die Strecke war sowieso lang genug.

Bis Posten 10 lief es sehr gut, sowohl technisch als auch läuferisch. Auf der langen Teilstrecke zu Posten 11 bemerkte ich, dass ich mein GPS-Gerät gar nicht aktiviert hatte (daher ist der erste Teil rot gezeichnet auf der Karte). Etwa 100 Meter vor dem Posten bog ich in den falschen Graben ein, bemerkte dies jedoch bald und konnte schnell korrigieren. Zeitverlust: in etwa eine Minute.

Bei Posten 14 lief ich deutlich zu weit und verlor wieder eine Minute und beim nächsten Posten arbeitete ich im Postenraum nicht sauber genug. Dort holten mich Pierre und Felix ein und dummerweise ließ ich mich dazu hinreißen mit den beiden mitzulaufen. Das gelang mir aber nur bis knapp vor den nächsten Posten und kostete viel zu viel Energie. Von da an lief ich wieder wie zuvor ein sehr einsames Rennen, musste aber schon ziemlich kämpfen.

Bei Posten 22 schlich sich noch ein kleiner Postenraumfehler ein, aber der konnte ich mich an meinem Ziel auch nicht mehr hindern. Mit einer Zeit von 112 Minuten und 55 Sekunden beendete ich schließlich den Lauf, 27 Minuten hinter der Siegerzeit von Kerschi. Ganz schön lang für einen einfachen Austria Cup, der schwer belaufbare Boden machte die ganze Sache sogar noch etwas anstrengender.

Der nächste Austria Cup findet in knapp zwei Wochen auf der Postalm statt. Vorläufige Streckendaten: 12,8 Kilometer mit 605 Höhenmetern. Dürfte also ein ähnliches Spiel werden wie in Kärnten. Gut, dass die zwei darauffolgenden Austria Cups im flachen Tirol stattfinden.

ÖM Mannschaft

Nur 19 Stunden nach meinem Zieleinlauf am Samstag stand ich am Sonntag gemeinsam mit Pierre und Stephan an der Startlinie für die ÖM Mannschaft. Dass eine Medaille wie immer schwierig zu erreichen war, war zumindest mir klar, und daher stand der Spaß im Vordergrund. Zumindest noch bis knapp vor dem Startsignal, denn danach wurde es gleich ernst.

Zu Beginn teilten wir sehr gut ein, obwohl ich wieder unaufgewärmt von null auf 100 loslief und dann auch noch die ersten Posten zu laufen hatte. Dafür durfte ich anschließend von Posten A zu 84 laufen und dort satte 25 Minuten warten. So schnell ich also aufwärmte, so schnell kühlte ich auch wieder aus.

Karte ÖM Mannschaft
Ergebnisliste und Zwischenzeiten

Dann hatte ich zwei kurze schnelle Posten zu laufen, ehe es zum nächsten Übergabepunkt zwischen Posten 44 und 45 ging. Von dort lief ich weitere vier Posten, die ich alle gut erwischte, nur mit den Höhenmetern hatte ich schon zu kämpfen. Von Sammelposten C ging es direkt zu Sammelposten D. Von D lief ich meine letzten drei Posten, auch ohne Probleme. Anschließend ging es schon zum letzten Posten und ins Ziel.

Unsere Aufteilung lief nicht gerade optimal und drei Stifte zum Einzeichnen der Postenreihenfolge wären auch nicht schlecht gewesen. Aber eine Medaille wäre sich auch so nicht ausgegangen, also kein Grund enttäuscht zu sein.

Da wir ja schon in Kärnten waren und am Nachmittag in Klagenfurt das ÖFB Cup Finale ausgetragen wurde, genossen wir auch noch 90 Minuten Fußball zwischen Sturm Graz und Magna Wiener Neustadt. Zwar hat Wiener Neustadt verloren, aber lustig war es dennoch.

10Mai/102

Knapp vorbei ist auch daneben, trotzdem zufrieden

Es sollte einfach nicht sein. Aber ich war sowieso selbst daran schuld. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Lauf, die Niederösterreichische Meisterschaft 2010 im Sprint-OL in Sandleiten, Wien. Die Bahn, das Wettkampfgelände, die Aufwärmkarte, die Infrastruktur, alles hat gepasst - nur eben mein Lauf nicht. Denn wenn man einen Posten auslässt, weil man meint, er wäre nicht da, wird man nur zurecht disqualifiziert. Vor allem dann, wenn man an der falschen Stelle gesucht hat.

Karte mit Route und Bahn

Laufanalyse bei Lanyse

Ergebnisse, Zwischenzeiten, Splitalyzer, Routegadget, Fotos und sogar Fernsehbericht

Aber jetzt von Anfang an: es erwartete uns eine 2,5km lange Bahn mit 23 Posten in einer detailreichen Wiener Siedlung: Sandleiten. Zum Aufwärmen gab es eine kleine Karte im passenden Maßstab vom Kongresspark direkt neben dem Start - danke an den Veranstalter!

Nach intensivem Aufwärmen geht es los: auf der Karte Start und ersten Posten suchen und gleich in einen Gemeindebau. Die Teilstrecke ist lang genug um in die Karte hineinzufinden und die Route zum zweiten Posten zu planen. Erster Posten ist da, passt!

Ich entscheide mich für die südliche Route zum zweiten Posten und kann diese schnell durchziehen - Bestzeit! Die nächste Routenwahl kommt sofort: ich wähle die nördliche Route, verliere nur zwei Sekunden auf Pierre. Schon die ersten drei Posten versprechen eine geniale Bahn.

Zu Posten vier ist die Route ziemlich klar, läuferisch verliere ich nur eine Sekunde auf Stephan und liege zu diesem Zeitpunkt nur drei Sekunden hinter Pierre und acht vor Stephan - ein heißes Rennen.

Die Hitze soll jedoch gleich verloren gehen: kurz vor Posten fünf ist die Tür durch den Durchgang geschlossen und ich laufe vorbei. Wenige Meter später schießt mir ein, dass in der Laufinformation stand, dass Durchgangstüren zu sein können und ich drehe sofort um. Doppeltes Pech: am anderen Ende des Durchgangs ist noch eine Tür, und abstoppen und Tür öffnen kosten immer Zeit und Kraft. Zeitverlust bei Posten fünf insgesamt 15 Sekunden. Gesamt +19 auf Pierre, -2 auf Stephan.

Die Posten sechs bis zehn erfordern höchste Konzentration. Zuerst genaues Mitlesen zu Posten sechs, dann drei kurze Posten und schließlich eine interessante Routenwahl. Am Ende dieses Teils liege ich 21 Sekunden hinter Pierre (also nur zwei Sekunden verloren) und 19 Sekunden vor Stephan noch immer an zweiter Stelle. Zu den Posten sieben und zehn konnte ich sogar zwei weitere Bestzeiten für mich verbuchen.

Die nächsten drei Posten machen keine Probleme, zu Posten 11 wähle ich die rechte Route, Posten 12 ist klar, da die Hecke eine andere Route verhindert und zu Posten 13 bietet sich eigentlich auch nur eine Route an. Der Rückstand? Mittlerweile 26 Sekunden auf Pierre, schön langsam werden die Beine schwer, aber immerhin 28 Sekunden vor Stephan. Sieht in diesem Moment nach einen sicheren zweiten Platz aus.

Doch dann kommt schon der nächste Schreck: bei der Straßenkreuzung kurz nach Posten 13 bin ich kurz verwirrt. Ich denke, der kleine Weg muss direkt von der Kreuzung abzweigen und bleibe stehen. Karte mit Kompass genau einnorden, ein paar Schritte zurück und dann sehe ich erst, dass ich noch ein paar Meter weiter muss. Zwar ärgerlich, aber zumindest passierte mir hier kein gröberer Fehler wie vielen anderen. Die liefen nämlich die falsche Straße und bogen in die Sackgasse (südlich der Zahl von Posten 12) ein, was natürlich viel wertvolle Zeit kostete. Trotzdem verliere ich durch diese Unsicherheit 12 Sekunden und liege somit 38 Sekunden hinter Pierre. Stephan erwischte den Posten aber anscheinend auch nicht optimal und konnte nur vier Sekunden aufholen.

Bei den nächsten beiden Posten (15 und 16) verliere ich nur eine bzw. zwei Sekunden, doch dann kommt der selbst verschuldete Todesstoß: Posten 17. Für mich ist klar, dass der Posten im östlichen Hauseinsprung sitzt, der Blick auf die Postenbeschreibung bestätigt meine Annahme. Und so laufe ich links um das Haus, biege um die Ecke und: kein Posten. Vielleicht noch nicht weit genug? Also weiter vor, das Haus ist aus, kein Posten! Falsches Haus? Ich laufe nordöstlich zum anderen Haus - "Nein, das ist das kleine Haus, ich war schon richtig." - wieder zurück, der Posten ist nicht da. Ich bin mir absolut sicher und laufe ohne einen Posten zu stempeln weiter.

Was mir nicht auffällt: der westliche Hauseinsprung ist gemeint, das Postenringerl ist richtig positioniert und auch die Postenbeschreibung stimmt. Jedoch bin ich anscheinend fetzenblau und missachte beides. Durch dieses Missgeschick und die kleine Extraschleife verliere ich bis Posten 10 ganze 45 Sekunden. Egal, denn ich bin sowieso disqualifiziert. Während dem Lauf ist mir dies noch nicht bewusst, denke ich doch, dass der Posten fehlt, also kämpfe ich weiter.

Und wie: ab Posten 19 hole ich nur noch Bestzeiten, sogar im Zieleinlauf. Im Ziel erwartet mich bereits Stephan und fragt mich nach meiner Zeit. Ich antworte "Um die 15:50, owa a Postn hot gföht." Was? Welcher? Wir sehen uns die Karte an. Stephan fragt, ob ich auf der richtigen Hausseite war, und da geht mir ein Licht auf. Mir geht sowas von ein Licht auf, dass es sogar in Australien um Mitternacht kurz hell ist.

Das bedeutet natürlich Disqualifikation und kein zweiter Platz. Da ich aber einen wirklich guten Lauf hatte, bin ich dennoch zufrieden. Das Lauftempo hat absolut gepasst (läuferisch nur um die 30 Sekunden auf Pierre verloren) und technisch auch in Ordnung. Und durch die Disqualifkation muss ich mich auch nicht über die zwei Fehler zu den Posten 5 und 14 ärgern.

Resümee: ein wirklich schöner Lauf auf einer sehr interessanten Bahn (danke an den Bahnleger Thomas Ballik) mit vielen Routenwahlen und gefinkelten Posten. So soll ein Sprint sein!

7Mai/100

Failure is not an option

Versagen sollte eigentlich keine Option sein, am Mittwoch beim NOLV Cup war es aber leider Realität. So viele Fehler in einem Lauf hatte ich schon länger nicht mehr zusammengebracht. "Viel Bodenbewuchs und Kompasslaufen", meinte Flo noch als ich zur Anmeldung ging. Hätte ich mir das besser zu Herzen genommen. Hier die Details:

Posten 1
Vom Start gleich zurück auf die Forststraße und erstmal Tempo machen. Ein kurzer Abschneider über die Wiese (wäre wahrscheinlich gar nicht notwendig gewesen) und weiter am Weg. Ich sehe links Posten 14 und denke mir "Gut, den kenn' ich jetzt schon, der macht keine Probleme". Tja, falsch gedacht! Aber später mehr dazu. Zum Einser gibt es am Weg keinen guten Ablaufpunkt, ich laufe nach Gefühl, orientiere mich an den auf der Straße fahrenden Autos (ja, auch eine Möglichkeit), reduziere das Tempo und halte die Augen offen. Und da leuchtet der Schirm auch schon. Bestzeit! Fing ja gar nicht mal so schlecht an - aber es sollte noch anders kommen.

Posten 2
"Höhe laufen und Richtung halten, am Gegenhang Rinne/Schneise hinauf". Guter Plan - katastrophale Ausführung. Statt Höhe laufe ich bergab und komme schließlich bei Posten 13 heraus. Ich möchte stempeln - falsche Nummer! Da ich in unmittelbarer Nähe von Posten 2 keinen anderen eingezeichnet habe, komme ich nicht mal auf die Idee auf der Postenbeschreibung nachzusehen, ob das einer meiner nächsten Posten ist. Das hätte mir viel Zeit erspart. Stattdessen laufe ich zögerlich am Hang entlang und fange mich schließlich bei den beiden besonderen Objekten auf. Von dort geht's direkt zum Posten. Zeitverlust: 1'30".

Posten 3
Über die Wiese und am Weg, der Posten leuchtet schon von Weitem. Kein Problem.

Posten 4
Grenzstein im Bodenbewuchs und Dickicht - super! Also langsames Richtungslaufen. Den Posten sehe ich, von einem Dickicht keine Spur.

Posten 5
Auf der Karte betrachtet eigentlich sehr einfach. Über die Wiese, am Weg und nach dem Dickicht rechts rein. Teil eins und zwei klappen sehr gut, nach dem Dickicht rechts rein will nicht so ganz. Ich laufe zwar nach einem Dickicht rechts rein, aber es ist viel zu früh. Also stehen bleiben, Karte lesen, rauf, rüber, runter, zurück, da ist er. Zeitverlust: 1'15".

Posten 6
Gelingt mir überraschender Weise sehr gut, obwohl die Dickichte überhaupt nicht auszumachen sind. Bestzeit!

Posten 7
Wieder so ein Grenzstein im Dickicht, und wieder erwische ich ihn halbwegs gut (obwohl mir der Abstand zum Hochstand sehr weit vorkommt). Nochmal Bestzeit!

Posten 8
Nach zwei Bestzeiten ist wiedermal Zeit für einen Fehler - diesmal nur für einen kleinen. Ich entscheide mich für die direkte Route durch's Dickicht. Gute Wahl, denn viel Dickicht ist da nicht. Kurz vorm Posten biege ich aber nach rechts ab, bemerke dies jedoch gleich und halte die Fehlerzeit so in Grenzen. Zeitverlust: 30".

Posten 9
Statt auf den Weg laufe ich auf die Schneise und gebe Gas. Glücklicherweise werfe ich einen Blick auf den Kompass und bemerke die falsche Richtung. Nach einem kurzen Steher überreiße ich, dass ich auf der Schneise bin und quere durch das Dickicht auf den richtigen Weg. Dann sehr zaghaft bergab zum Posten, die Dichickte sind wieder sehr schwer auszumachen und irgendwann blitzt der Posten vor mir auf. Zeitverlust: 1'.

Posten 10
Durch das Dickicht (das es nicht gibt) mit Kompass hinauf zum Posten. Nur ein kleiner Schwenk, nicht tragisch.

Posten 11
Wieder Dickicht und Kompass. Gelingt mir diesmal zwar nicht so gut, für die Bestzeit reicht es trotzdem. Man erkennt zwar wieder schwer, wo ein Dickicht aufhört und das andere beginnt, aber wenigstens ist der Hochstand gut zu sehen.

Posten 12
Jetzt passiert mir die gleich Tragik wie zu Posten 2. Statt Höhe laufe ich wieder bergab (auf der gleichen Schneise, die ich aber während dem Laufen nicht erkenne) und komme viel zu tief in den Gräben heraus. Also alles wieder hinauf. Zeitverlust: 30".

Posten 13
Bei Posten 12 habe ich fast Jörg eingeholt. Zu Posten 13 also Tempo machen und Richtung kontrollieren. Plötzlich wird mir bewusst, dass das der Posten ist, bei dem ich am Weg zum Zweier stehen geblieben bin und kann zielstrebig hinlaufen, wieder Bestzeit!

Posten 14
Zuerst plane ich am Weg links herum zu laufen. Eigentlich gibt es ja auch keine andere Möglichkeit. Doch dann läuft Jörg links und ich versuche zum Vergleich die Route quer durch. Schlechte Idee! Am Anfang geht es noch sehr gut dahin, über den ersten Weg, passt, über den zweiten Weg (nicht eingezeichnet!), passt und jetzt im Graben die Rinne. Komisch, vorhin hat der Wald viel offener ausgesehen, als ich am Weg zum Einser vorbeigelaufen bin. Ich drehe mich immer mehr ein und lande schließlich wieder am großen Weg. Ein Blick am Kompass: oh no! Also doch am Weg und zum Posten. Dieser Ausflug ins Grüne (wobei hier das Grüne keine schöne Wiesenlandschaft sondern (ja, diesmal wirklich) Dickicht ist) hat mich schlussendlich 2'30" gekostet.

Posten 15
Der Posten ist nicht so schwierig, ich lauf nur etwas Zickzack und verliere dadurch 20".

Posten 16
Auf den Weg und dann Richtung halten. Ich laufe bewusst rechts von der Rinne, denn der Hochstand ist nördlich der Rinne eingezeichnet. Und wie könnte es anders kommen: der Hochstand steht natürlich südlich. Halb so schlimm.

Posten 17
Eine nicht eingezeichnete Schneise bietet sich an, dadurch komme ich aber zu weit rechts heraus. Auch schon egal. Über das Feld gibt es einen breiten Weg, dann hält sich zumindest hier der Zeitverlust in Grenzen, da ich dann nicht komplett um das Feld herumlaufen muss. Trotzdem 30" verloren.

Posten 18
Einfach auf das Waldeck hinauszielen und ab ins Ziel.

Macht summa summarum sage und schreibe 8'05" (in Worten: acht Minuten und fünf Sekunden) Fehlerzeit, das stimmt so richtig gut auf die kommenden Läufe ein...

Karte mit Bahn und (mieser) Route
Ergebnisse, Zwischenzeiten, Splitalyzer

Am Donnerstag stand beim Vereinstraining in Vorbereitung auf die Niederösterreichische Sprintmeisterschaft ein Sprint im Stadtpark Wiener Neustadt am Programm. Diese Karte ist etwas Besonderes, denn es gibt immer genügend Zuseher, die sich wahrscheinlich denken, warum die Hansln da kreuz und quer durch den Park hirschen. Als Posten dienten von Bränsch aufgeklebte alte Score-OL Karten, auch eine Variante.

Zuerst liefen wir in einer Einerstaffel drei ziemlich ähnliche Strecken und abschließend noch Strecke C verkehrt mit Massenstart. Es machte richtig Freude so schnell durch den Park zu laufen, ein wahrer Genuss nach der Misere am Tag davor. Einzig bei Posten 7 auf der Strecke B lief ich zuerst zum falschen Denkmal, da ich das richtige zwei Meter vor mir nicht sah. Da hätte ich mir schon fast meine Führung verhaut...

Karte Schleife A
Karte Schleife B
Karte Schleife C
Karte Schleife C verkehrt

4Mai/101

Die Mischung macht’s aus

Die letzte Woche war wieder reich an OL-Training und -Wettkämpfen. Da an diesem Mittwoch kein NOLV Cup stattfand, entschied ich mich für ein OL-Training in Hirtenberg, und zwar wollte ich den Vorlauf und das Finale von der Sprint-Staatsmeisterschaft 2002 ablaufen. Den Wald dort hatte ich gut in Erinnerung, und eigentlich wunderte ich mich warum dort schon länger kein Lauf mehr stattfand.

Das Geheimnis wurde schon bald gelüftet. Als ich mit dem Auto vorfuhr, wurde ich von einem gewaltigen Erdwall überrascht. Wie sich herausstellte, wurde der Schießplatz um einiges vergrößert und somit die Karte teilweise unbrauchbar. Ich lief dennoch Teile der beiden Bahnen ab, so gut es eben ging. Neben den neuen Erdwällen und Zäunen rund um den Schießplatz gab es auch noch eine neue Forststraße, einen weiteren Zaun und teilweise Schlägerungen.

Am nächsten Tag absolvierten wir vom Verein aus ein tolles Staffeltraining in Bad Sauerbrunn. Diesmal zwar ohne Karte, Köpfchen war dennoch gefragt. Denn in jeder Runde, die man für sein Team lief, musste man bei bestimmten Stationen anhand eines Schlüsselsystems eine Zahl herausfinden und diese zur Gesamtsumme addieren - das Team, das am Ende am nähesten an der richtigen Gesamtsumme lag, hatte schließlich gewonnen. So macht auch mal ein Intervalltraining richtig Spaß.

Am Wochenende wurde in die neue MTBO-Saison gestartet. Für heuer hab ich mir ja wieder das Triple vorgenommen: Fuß-OL - Ski-OL und MTBO.

Am Samstag gab's eine Superkombi: zuerst wurde eine Mitteldistanz zwischen Wiesen und Feldern gefahren, anschließend wurde auf den Truppenübungsplatz und in die Kaserne auf eine Sprintbahn gewechselt. Dass ich kein Lance Armstrong bin ist mir schon klar und daher ging ich auch ohne Erwartungen ins Rennen. In der H21Kurz ging sich dennoch ein vierter Platz aus.

Ergebnisse, Zwischenzeiten und Splitalyzer
Karte mit Bahn und Route (Teil 1)
Karte mit Bahn und Route (Teil 2)

Am Sonntag änderte sich der Geländetyp von flach und superschnell auf steil und superanstrengend. Man musste zwar einige Passagen das Rad schiebend zurücklegen, dafür wurde man mit einigen rasanten Abfahrten belohnt. Wie auch schon am Vortag kämpfte ich mich mit meinem 200-Euro-Drahtesel über die volle Distanz, diesmal schaute am Ende sogar der dritte Platz in der H21Kurz heraus.

Ergebnisse, Zwischenzeiten und Splitalyzer
Karte mit Bahn und Route

Und da das bisschen Radfahren noch nicht genug war, liefen Pierre, Michi und ich noch einen Downhill-OL auf der neuen Samberg-Karte. Ideal zum Auslockern der Beine...

(MTBO-Bild: Originalfoto von Kurt Fesselhofer)

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